Arabische Welt
Irak will Ölexport verdoppeln

Der Irak will den Spitzenreiter Saudi-Arabien bei der Ölförderung überholen. Mit seinen Investitionen bietet Bagdad große Chancen für deutsche Firmen. Auch den gebeutelten Autofahrern könnte das Zweistromland helfen.
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BerlinTrost für die an der Tankstelle gebeutelten Autofahrer kommt aus dem Zweistromland: Der Irak will binnen fünf Jahren seinen Ölexport auf sechs Millionen Barrel pro Tag (bpd) fast verdoppeln. Das kündigte Iraks Vizepremier Rowsch Nuri Shaways im Gespräch mit dem Handelsblatt an. So würde sein Land dafür sorgen, dass der Ölmarkt zu gut versorgt ist für weitere Preissteigerungen. Irak ist inzwischen zum zweitgrößten Ölexporteur des Opec-Kartells nach Saudi-Arabien aufgestiegen, da Iran wegen der EU-Sanktionen gegen den persischen Ölsektor seine Ausfuhren deutlich drosseln musste.

Shaways nannte seine Anküdigung "vollkommen realistisch. Denn wir steigern allein nächstes Jahr unsere Ölproduktion um fast ein Viertel", sagte er. Diese Zahl ist interessant, da der Irak bislang auf eine Ölproduktion von sechs Millionen bpd bis 2017 kommen wollte, nicht auf einen Export in dieser Höhe. Sabah al-Shammari, Chairman der in der irakischen Ölindustrie tätigen privaten Sapco Group, kündigte gestern auf dem Iraq-German Business Forum in Berlin sogar eine Steigerung der irakischen Ölproduktion auf zwölf Millionen Barrel (je 159 Liter) bis 2020 an. Damit würde der Irak zum größten Produzenten der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) - dann sogar vor Saudi-Arabien.

Nicht nur für den nach den Golf-Kriegen des 2003 gestürzten Diktators Saddam Hussein in weiten Teilen zerstörten Staat sind das gute Nachrichten. Denn die Öleinnahmen stiegen so noch rasanter als jetzt schon, seit die irakische Ölproduktion das Niveau der Saddam-Ära erstmals überschritten hat. Bagdad will aus diesen Einnahmen 275 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau seiner Industrie, für die Modernisierung seiner Infrastruktur und den Ausbau von Wohnungs-, Bildungs- und Gesundheitssektor innerhalb von fünf Jahren ausgeben, so Shaways. "Das bietet auch große Chancen für deutsche Firmen", ist der nach seinem Ingenieurs-Studium in Dresden perfekt Deutsch sprechende Vize-Regierungschef überzeugt. Die Zurückhaltung hiesiger Unternehmen gegenüber einem Engagement, kommentiert er mit den Worten: "Wer zu spät kommt, hat viel zu verlieren."

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  • wir sind schon seit 2008 mit unserem Unternehmen vor Ort in Baghdad und haben beste Kontakte etabliert - auch zu Dr Shaways - als Deutscher spuert man die Bereitschaft zur Zusammenarbeit ABER: vor Ort sein ist der Schluessel - wir helfen gern ! ingo.sahlmann@gsi4.com

  • Man kann nur hoffen, daß Deutschland die so deutlich angebotenen Chancen schnell und umfassend ergreift, um für uns Liefermengen und Preise positiv zu sichern.

    Unser Wirtschaftsminister sollte schnellstens seine Koffer packen und mit einer Delegation in den Irak reisen.

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