Arabischer Frühling
In Ägypten droht neue Welle der Gewalt

Die ägyptische Übergangsregierung weist der Muslimbruderschaft die Schuld an den jüngsten Gewaltausbrüchen zu. US-Senatoren warnen während ihres Kairo-Besuchs vor weiteren Blutvergießen.
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KairoNach dem Scheitern der internationalen Vermittlungsbemühungen droht in Ägypten eine neue Welle der Gewalt. Die vom Militär eingesetzte Regierung erklärte am Mittwoch die Verhandlungen für beendet und gab den islamistischen Anhängern des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi die Verantwortung für die Konsequenzen. Der US-Senator Lindsey Graham warnte vor neuem Blutvergießen. Die bedeutende muslimische Universität Al-Aschar rief beide verfeindeten Lager zu einem Treffen kommende Woche auf, um die Krise doch noch friedlich beenden zu können.

In den vergangenen Tagen hatten sich Politiker der Europäischen Union und der USA um eine Lösung des Konfliktes bemüht. Gegen die Absetzung des ersten demokratisch gewählten Präsidenten in Ägypten demonstrieren die Muslimbrüder seit Wochen und fordern seine Wiedereinsetzung. Tausende von ihnen harren in zwei Protestcamps in Kairo aus.

Die Regierung bekräftigte am Mittwoch, dass ihr Räumungsbeschluss unumgänglich sei. Die Anhänger Mursis hätten mit ihren Straßenblockaden, der Anstachelung von Gewalt und der Festsetzung von Zivilisten die Grenzen der Friedfertigkeit überschritten. Jeder Waffengebrauch gegen Polizisten werde mit äußerster Härte und Entschlossenheit beantwortet, erklärte der Chef der Übergangsregierung, Hassem Al-Beblawi.

Ein Vertreter der Muslimbrüder warf der Regierung vor, ein Massaker unter den Anhängern Mursis vorzubereiten. „Sie sollten uns positive Signale und keine scharfe Munition schicken.“ Seit dem Sturz Mursis vor rund einem Monat wurden bei Protesten etwa 300 Menschen getötet.

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US-Senator warnt vor riesigem Blutvergießen

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  • Die passen gut zusammen: Amerikanische Folter Senatoren und islamische Eiferer.
    Kann mir einer den Unterschied erklären?

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