Arabisches Kraftzentrum: Dubais Scheich trumpft auf

Arabisches Kraftzentrum
Dubais Scheich trumpft auf

Zu Lande, zu Wasser und in der Luft: Die Vereinigten Arabischen Emirate investieren massiv. So soll der Burj Dubai-Tower mit mindestens 800 Metern das höchste Gebäude der Welt werden. Wie hoch es wird, bleibt noch ein Staatsgeheimnis.

DÜSSELDORF. Über einen Mangel an hochfahrenden Plänen kann Scheich Mohammed bin Raschid al Maktoum nicht klagen. Die 6,8 Mrd. Dollar schwere Übernahme des britischen Hafenbetreibers P&O durch Dubai Ports World die in den USA zu einem erbitterten Konflikt zwischen US-Präsident George W. Bush und dem Kongress geführt hat, reiht sich nahtlos in die ehrgeizige Entwicklungsstrategie des Emirs von Dubai ein. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft will „Scheich Mo“ spektakuläre Zeichen setzen. Dubai soll die schillernde Drehscheibe für Handel und Finanzen im Mittleren Osten werden – wenn nicht mehr.

Den Regenten, der sich als CEO seines Wüstenemirats betrachtet, plagt keine falsche Bescheidenheit. „Die Erde hat ein neues Zentrum“ prangt in großen Lettern am Bauzaun des Burj Dubai, dem Lieblingsprojekt des Emirs. Der Turm inmitten der Banken- und Geschäftsmeile Dubais soll das höchste Bauwerk der Welt werden. Wie hoch es wird, bleibt noch ein Staatsgeheimnis. Superlative wie den Turm von Dubai gibt es in dem Emirat zuhauf. Künstliche Inseln im Meer locken schwerreiche Immobilieninteressenten aus aller Welt an den Golf. Aus dem Wüstensand schießen High-Tech-Ansiedlungen, Finanzdienstleister, Hotels und Freizeitparks empor. Die Dubai Maritime City soll bis 2010 der wichtigste Umschlagplatz für die Seeschifffahrt der Region werden.

Für ein brandneues Unternehmen, das Flugzeuge leasen, Flughäfen bauen und Flugzeugkomponenten herstellen soll – die Dubai Aerospace Enterprise (DAE) – hat das Emirat gerade 15 Mrd. Dollar locker gemacht. Sechs Mrd. Dollar will das Unternehmen in den kommenden Jahren investieren, um in den Wachstumsmärkten Asiens neue Flughäfen zu entwickeln, kündigte Projektdirektor Raschid al Malik gestern auf der Luftfahrtschau in Singapur an. Die DAE will in den nächsten Jahren 50 Großraumflugzeuge von Airbus und Boeing erwerben, um sie zu verleasen. Damit steigt sie zu einer der drei größten Leasinggesellschaften für Flugzeuge weltweit auf.

Die Kassen Dubais sind prall gefüllt. Ein Großteil der Finanzkraft stammt aus den Erdölerlösen Abu Dhabis, dem größten der sieben zu den Vereinigten Arabischen Emiraten zählenden Scheichtümer. Während die VAE über zehn Prozent der weltweiten Erdölreserven verfügen, wird das nicht so reichlich mit Ölquellen gesegnete Dubai innerhalb der kommenden acht Jahren zum Nettoölimporteur. Daher bezieht der Emir sein Kapital auch aus international platzierten Anleihen und den Anlagen arabischer Investoren. Das Geld nutzt Scheich Mo, um bei der Globalisierung des Emirats kräftig mitzumischen.

Seite 1:

Dubais Scheich trumpft auf

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%