Arbeitserlaubnis: OECD und Uno-Kommissar fordern bessere Integration von Flüchtlingen

Arbeitserlaubnis
OECD und Uno-Kommissar fordern bessere Integration von Flüchtlingen

Für Flüchtlinge ist es besonders schwierig, einen Zugang in die Arbeitswelt zu finden. Die OECD sieht deshalb großen Nachholbedarf in den Aufnahmeländern. Das sei kurzfristig zwar kostspielig, zahle sich aber aus.

ParisDie Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und das Uno-Flüchtlingshilfswerk haben mehr Anstrengungen zur Integration von Flüchtlingen gefordert. „Auf kurze Sicht mag dies schwer und kostspielig sein, mittel- und langfristig werden wir aber alle davon profitieren“, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría am Donnerstag in Paris. „Unsere Analysen zeigen, welchen Gewinn erfolgreiche Integration für die Wirtschaft und Gesellschaft in den OECD-Ländern bringen kann.“

Uno-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi mahnte, damit Flüchtlinge umfassend zum sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben im Aufnahmeland beitragen können, bräuchten sie die gleichen Rechte und Chancen. Im vergangenen Jahr stellten mehr als 1,5 Millionen Menschen einen Asylantrag in den Mitgliedsländern der OECD – fast doppelt so viele wie 2014. Trotzdem machten Asylbewerber nur 0,1 Prozent der Bevölkerung der OECD-Länder aus, in der EU seien es 0,3 Prozent.

Ein von Gurría vorgestellter OECD-Bericht empfiehlt, Flüchtlinge möglichst schnell in den Arbeitsmarkt zu integrieren – andernfalls könne dies langfristig die Integration erschweren. Grundsätzlich warnt die Organisation, dass hohe bürokratische Hürden das Ziel erschweren könnten. Der Studie zufolge verfügen die skandinavischen Länder über die modernsten Maßnahmen, um Flüchtlinge erfolgreich in die Gesellschaft zu integrieren.

Die Registrierung von Arbeitserfahrungen und Qualifikationen wie im deutschen Modellprojekt „Early Intervention“ halten die OECD-Experten für notwendig. Im Rahmen dieses Programms versuchen ausgewählte Arbeitsagenturen, Asylsuchende zu vermitteln. Als eine Herausforderung führt der Bericht an, dass Herkunft und Bildungsstand der Asylsuchenden enorm variieren. Maßnahmen müssten daher an die jeweiligen Qualifikationen angepasst werden.

Die OECD rät den Ländern weiterhin, spezielle Gesundheitsfürsorge eigens für Flüchtlinge einzuführen. Depressionen, Traumata und physische Erkrankungen benötigten eine sofortige Diagnose sowie Behandlung, um eine schnelle Genesung und somit Integration zu gewährleisten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%