Arbeitslosenzahlen steigen
Immer neue Hiobsbotschaften schwächen Obama

Die Welt blickt auf die USA - und ist entsetzt. Rekordschulden machen dem Land ebenso zu schaffen wie die Massenarbeitslosigkeit. Jetzt ist auch noch die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend stark gestiegen. Und in dieser kritischen Situation zerfällt das wirtschaftpolitische Team von US-Präsident Barack Obama. Die Märkte werden nervös.
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WASHINGTON/NEW YORK/BERLIN. In der zurückliegenden Woche stellten überraschend viele Amerikaner einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe. Die Zahl stieg um 12 000 auf 465 000, teilte das Arbeitsministerium in Washington mit. In den beiden Wochen zuvor hatte es jeweils einen Rückgang gegeben. Analysten hatten nur mit 450 000 Anträgen gerechnet. Die Arbeitslosenquote liegt bei ungewöhnlich hohen 9,6 Prozent.

Dass der Aufschwung in den USA weiter vor sich hindümpelt, beweist zudem das US-Konjunkturbarometer, ein Index aus zehn wichtigen Wirtschaftsindikatoren. Es legte im August um gerade einmal 0,3 Prozent zu, wie das Conference Board, ein Institut der Privatwirtschaft, am Donnerstag in New York mitteilte. Im Vormonat war ein noch schwächeres Plus von 0,1 Prozent ermittelt worden. „Man sollte sich auf Fortsetzung des Bekannten einstellen - eine schwache Wirtschaft für den Rest von 2010 und den Anfang von 2011“, sagte Ken Goldstein, Ökonom beim Conference Board.

Amerika rutscht immer tiefer in die Krise - und US-Präsident Barack Obama steht hilflos davor. Und ausgerechnet in dieser Situation zerfällt sein wirtschaftspolitisches Team. Der jüngste Abgang schmerzt ihn am meisten: Larry Summers, sein engster Wirtschaftsberater und die ökonomische Instanz des Weißen Hauses verlässt zum Jahresende die Regierung.

Weniger als zwei Jahre nach Amtsübernahme und wenige Wochen vor den Kongresswahlen wird es einsam um Obama: Im Sommer hatte bereits Budgetdirektor Peter Orszag aufgegeben. Vor wenigen Wochen schmiss auch Spitzenberaterin Christina Romer, eine Princeton-Professorin, hin. Gestern trat auch noch der Chef des Bankenrettungsfonds Tarp, Herb Allison, zurück. Und der nächste Abgang ist gewiss, Stabschef Rahm Emanuel wird voraussichtlich bereits im Oktober Obamas Team verlassen, um für den Posten des Bürgermeisters von Chicago zu kandidieren.

Regierungssprecher Robert Gibbs reagierte schmallippig, als er in der Air-Force1 von Journalisten auf die Abgänge angesprochen wurde: "Larry hat nun mal fünf Arbeitsjahre in zwei gepackt." Die Suche nach einem Nachfolger habe gerade erst begonnen.

Inmitten dieser schlimmsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten sind die USA damit ökonomisch nahezu führungslos. Und die Welt fragt sich, wohin die größte Wirtschaftsmacht steuert. "Die Unsicherheit ist enorm", sagte ein Kabinettsmitglied der Bundesregierung dem Handelsblatt. Es sei völlig unklar, welchen wirtschaftspolitischen Kurs die US-Regierung jetzt einschlage: ob sie an Summers? expansiver Fiskalpolitik festhalte oder ob sie beginne, die ausufernden Defizite abzubauen.

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  • @Durchblicker
    in meinem beitrag habe ich lediglich beschrieben, wer hinter dem Ganzen steht, denn darüber wird - aus verständlichen Gründen - nie wirklich ein Wort verloren. ich bin nicht so weit gegangen, daraus Schlüsse zu ziehen, denn das war nicht der Zweck und die Absicht meines beitrages. Sie können die nötigen Schlüsse für sich selber ziehen, das steht ihnen völlig frei. Ob Sie jetzt ihr eigenes Vermögen sichern, auf welche Weise auch immer, ist ihre Sache.
    Das es allerdings noch gewaltig knallen wird, steht fest, ich kann allerdings ihnen nicht sagen wann und welche Verkettung von ungünstigen Umständen dazu führen wird. Dann wird man sich allerdings ein paar mehr Fragen stellen, wer dahinter stand.
    in der jetzigen Situation kann allerdings kein Experte und kein Prophet genau vorhersagen, was noch alles passieren wird, denn die globale Situation ist extrem angespannt und alles kann das Kartenhaus zum Stürzen bringen.

  • Zu Robcritic
    Schön, daß es unterm Oberflächengeplätscher auch mal so eine kenntnisreiche Darstellung des tatsächlichen Zusammenhangs gibt. Nun muß man auch die richtigen Schlüsse ziehen. Fallen die USA (besser: ist Washington pleite, was bereits Realität ist, aber die Ratingfritzen sind alle abhängig und darum noch brav), fällt naturgemäß alles, und die Merkel schon eh.
    Wer wird dann den ganz großen bailout schultern?
    Einen bailout, der den Dollar als Weltleitwährung stützt? Schon eine idee? Oder noch immer ratlos?

  • Seit geraumer Zeit beobachte ich mit zusehends größerem Unmut und beunruhigung das heitere Geschehen, Gebaren und Verhalten der Wirtschafts- und Finanzeliten in den USA, die – ach welch Zufall - die gleichen sind, die die Welt in diesen Scheisshaufen gefahren haben. Und diese wollen nn angeblich die Wirtschaft wieder zum Laufen bringen.

    Doch die wirklich entscheidende Frage sollte sein: wer sind diese Finanzeliten eigentlich? Wer sind die mächtigen Lobbies in den USA? Es ist in meinen Augen höchst seltsam und brandgefährlich, dass die wohl mit Abstand mächtigsten Lobbies in den USA einerseits die israel Lobby (politisch) und andererseits die Wall Street Lobby (wirtschaftlich) sind. Nun mag es den unbedarften Leser vielleicht überraschen, dass diese zwei Lobbies eins gemeinsam haben. Sie setzen sich praktisch fast ausschließlich aus jüdisch-stämmigen mächtigen Lenkern und beeinflussern zusammen und – auch nicht gerade ein Geheimnis - sind sogar teilweise die gleichen Leute. ist das schlimm? Ja durchaus, weil diese Gruppen mit Sicherheit nicht das interesse der USA und vor allem auch nicht der normalen, ehrlichen hart arbeitenden bürger repräsentieren sondern ihre eigenen interessen und Ziele verfolgen.

    Es sollte für einigermaßen bewanderte Leute keine Überraschung sein, dass die „omnipotente“ Wall Street mit ihren extrem einflussreichen Repräsentanten die US Regierung seit Jahrzehnten infiltriert hat und damit praktisch unter Kontrolle hat. Goldman Sachs ist da ein sehr gutes beispiel, jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Es gibt unzählige berichte, Reportagen und Artikel dazu, wie stark der Einfluss und die Macht von Goldman Sachs innerhalb der US Regierung seit vielen Jahren ist. Das kann jeder selber „googeln“ wenn er Lust hat. Goldman, Lehman & Co. sind so eng miteinander verbunden mit der Politik wie eine Schmeißfliege mit einem Kuhfladen. Nicht umsonst finden sich viele Goldman Sachs Angestellte nachher im Finanzministerium wieder. Dabei ist es eine nicht offen ausgesprochene Tatsache (weil absolutes Tabuthema!), dass die Wall Street mit all ihren banken, instituten und Organisationen sich zu einer sehr bedeutenden Mehrheit aus jüdisch-stämmigen Persönlichkeiten zusammensetzt (zumindest was die ganzen einflussreichen Personen angeht). Diese verfolgen allerdings eine eigene Agenda und nicht gerade die interesse Amerikas und des Allgemeinwohls.

    Hab ich was gegen jüdische Eliten? Nein nicht im Geringsten, solange sie nicht versuchen, die gesamte Menschheit in den Abgrund zu führen und viel Elend, Verarmung und Chaos über die Mehrheit der bevölkerung zu bringen. Denn zu nichts anderem scheint die aktuelle Entwicklung derzeit erneut zu führen. Wir sind schnurstracks auf dem besten Wege, über kurz oder lang in die nächste weltweite Depression und höchstwahrscheinlich Hyperinflation zuzusteuern, die viele Menschen an den Rand des Existenzminimums bringen wird.
    Und was passiert mit denen, die maßgeblich an dem ganzen Schlamassel Schuld sind? Nichts. Rein gar nichts. Niemand dieser Leute wird jemals zur Verantwortung gezogen. Sie selbst kommen alle prima davon und bereichern sich auf Kosten der normalen bürger, Familien, ehrlichen Arbeiter und Steuerzahler. Während der normale bürger zusehen muss, wie er demnächst über die Runden kommt und wo er bleibt, werden die ganzen Alan Greenspans, ben bernankes, Lloyd blankeins, Larry Summers und unzählige andere, ihre Milliönchen schon auf diversen Konten geparkt haben und sich auf ihren Luxusresidenzen mit allerlei leichten Mädchen und Champagner vergnügen.
    Das Flüchten dieser so genannten „Eliten“, deren Kernkompetenz darin besteht, für sich selbst das beste an Ämtern, Einfluss, Millionengeldern und Pensionen rauszuholen, zeigt einen ganz eindeutigen Trend. Die Kapitulation vor der aussichtslosen Lage, die bankrotterklärung an den Staat. Mit den Problemen will man sich nicht beschäftigen, denn man steht vor einem Scherbenhaufen, dem man nicht Herr ist und auch nicht sein will.

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