Arbeitsmarkt
Britisches Jobdesaster bleibt aus

Der Arbeitsplatzabbau in Großbritanniens krisengeschüttelter Wirtschaft hat offenbar den Höhepunkt überschritten. Im September legte die Zahl der Arbeitslosenanträge nur noch um 20 800 zu, wie das Nationale Statistikamt am Mittwoch mitteilte. Damit blieb der Anstieg weit hinter den Prognosen der Experten zurück und fiel zugleich so niedrig aus wie seit Mai 2008 nicht mehr.
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HB LONDON. Die Arbeitslosenrate zog gleichwohl um 0,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent an - die höchste Quote seit September 1997.

Dennoch sehen Fachleute die Zahlen als kleinen Lichtblick: „Es zeigt sich, dass die Talfahrt am Arbeitsmarkt kräftig abgebremst wird. Das lässt die Perspektiven für eine nachhaltige Erholung steigen“, sagte der Chefvolkswirt von Investec, Philip Shaw. Die britischen Arbeitslosenzahlen sind nicht direkt mit den deutschen vergleichbar - würden sie nach den gleichen Regeln wie in Deutschland erhoben, wäre die Arbeitslosenquote deutlich höher.

Die britische Wirtschaft löst sich derzeit aus ihrer Schockstarre und profitiert dabei von den massiven Konjunkturspritzen der Regierung und der Notenbank. Die Einzelhandelsumsätze stiegen im September, auch die Immobilienpreise legten zu. Allerdings klemmt es bei der Kreditvergabe der britischen Banken, die besonders hart von der Finanzkrise getroffen wurden.

Die Wirtschaft Großbritanniens mit dem führenden Finanzplatz London ist binnen fünf Quartalen um insgesamt 5,5 Prozent geschrumpft - das ist der stärkste Einbruch seit mindestens drei Jahrzehnten. Ein Industrieverband zeigte sich zuletzt aber optimistisch, dass die Wirtschaftsleistung im Sommer wieder zugelegt hat.

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