Arbeitsmarktreform Spanien: Ein bisschen demonstrieren

Arbeitsmarktreform Spanien
Ein bisschen demonstrieren

Die Spanier wollten in 50 Großkundgebungen gegen das „Fiasko der liberalen Politiklinien“ protestieren. Doch die Gewerkschaften locken keine Massen mehr an, denn Spanien geht es besser – und die Menschen hoffen.
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MadridSo richtig Empörung wollte nicht aufkommen bei der für gestern Abend von den großen Dachgewerkschaften einberufenen Kundgebung in Madrid. Die Sache erinnerte eher an eine Pflichtübung. Ein paar Hundert Demonstranten versammelten sich um 18:30 Uhr auf der wunderschönen Plaza de Cibeles, um dann hinter einem großen Tuch mit der Aufschrift „Gegen die Arbeitsmarktreform“ zur besten Hauptverkehrszeit die Madrider Hauptachse Paseo de la Castellana hinunter und zum zentralen Platz „Puerta del Sol“ zu marschieren. Ein Ein großes Kontingent stellten dabei die Arbeiter mehrerer Coca-Cola-Abfüllbetriebe, die sich seit Wochen vergeblich gegen eine Massenentlassungsverfahren wehren, das mehr als tausend Arbeiter betrifft. Eines hatten die Veranstalter, die drei nationalen Gewerkschaften CCOO, UGT, USO sowie die gewerkschaftsnahe Bewegung „Cumbre Social“, auf jeden Fall schon erreicht: Ein Verkehrschaos im Zentrum der spanischen Hauptstadt.

Auf der Puerta del Sol wurden dann eine halbe Stunde lang Reden gehalten. Ein Referendum, forderten unter anderem die Madrider Vertreter der CCOO und UGT, um festzustellen ob das Volk die Politik des konservativen Regierungschefs Mariano Rajoy noch gutheißt. Eine Politik, die in einem „Fiasko“ geendet habe. Dem „Fiasko der liberalen Politiklinien“.


Um 20 Uhr gingen dann friedlich alle nach Hause zum Abendessen. Innerhalb weniger Minuten wurde die Puerta del Sol wieder, als wäre nichts passiert, von den als Sponge Bob oder Micky Mouse verkleideten Luftballonverkäufern besetzt. Die Mariachis mit ihren großen Hüten und den Instrumenten nahmen ihren Platz an einer der Fontänen wieder ein, sogleich scharte sich eine Traube von Touristen um sie herum. Auf der anderen Seite des Platzes wurde still die Tribüne abgebaut, ein Grüppchen von zehn Gewerkschaftlern standen daneben noch zusammen und klönten. Auf die Frage, ob nicht ziemlich wenig Leute dem Aufruf der Gewerkschaften gefolgt seien, erklärte eine freundliche Mittfünzigerin, sie könne dazu nichts sagen, da sie ganz vorne im Zuge gelaufen sei. Von da habe sie nicht sehen können, wie lang sich der Menschenschweif hinter ihr herzog.

Ähnliches spielte sich in insgesamt 53 spanischen Städten ab – als Vorspiel zu einer für heute geplanten Großdemonstration in Brüssel, organisiert vom Europäischen Gewerkschaftsbund. Ein anderes Europa sei notwendig, ein europäischer Investitionsplan zur Schaffung qualitativer Arbeitsplätze, hatte der Madrider UGT-Generalsekretär José Ricardo Martínez im Vorfeld der Demonstration erklärt. Die neuen Generationen wüßten doch leider schon gar nicht mehr, was ein fester Arbeitsvertrag überhaupt sei.

Das Motto der Kundgebung sei keinesfalls neu, gab wenigstens der für Madrider Chef der Gewerkschaft CCOO, Jaime Cedrún, zu. Anders sei aber, dass man diesmal „für eine Alternative“ auf die Straße gehe. „Für eine Beschäftigungspolitik, statt einer Sparpolitik.“

Kommentare zu " Arbeitsmarktreform Spanien: Ein bisschen demonstrieren"

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  • Liebe Frau Grüttner, warum schreiben Sie solch einen oberflächlichen, schönrednerischen "Blödsinn"?

    Liebes Handelsblatt, warum veröffentlichen Sie solch einen oberflächlichen, schönrednerischen "Blödsinn"?

    Unter den Lesern des Handelsblattes gibt es eine große Menge von Leuten, die aufmerksam und kritisch die Ereignisse in der EU verfolgen - wie ja das Handelsblatt selbst eigentlich auch. Niemand fällt auf solche Berichte herein. Nur weil es in Spanien gerade mal einen Moment ziemlich ruhig war, kann man noch lange nicht von einer Trendwende sprechen. Und die Zahlen zum wirtschaftlichen Aufschwung in Spanien will eh keiner mehr hören. Die Zahlenschiebereien der Vergangenheit sprechen eine zu deutliche Sprache.

    Vielleicht waren ja auch spanische Gewerkschafter auf dem Weg nach Brüssel und konnten sich daher "zu Hause" gerade nicht so engagieren.

    _ _ _

    Eine Groß-Demo der Europäischen Gewerkschaften in Brüssel eskalierte. Rund 30.000 Teilnehmer protestierten gegen das „Kaputtsparen“ der EU.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/04/04/ausschreitungen-in-bruessel-brandbomben-bei-demo/

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/zehntausende-demonstrieren-in-bruessel-gegen-europas-sparpolitik-a-962600.html

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    Mit solchen Artikeln wie diesem setzt das Handelsblatt noch seinen guten Ruf auf´s Spiel.

  • Liebe Frau Grüttner, warum schreiben Sie solch einen oberflächlichen, schönrednerischen "Blödsinn"?

    Liebes Handelsblatt, warum veröffentlichen Sie solch einen oberflächlichen, schönrednerischen "Blödsinn"?

    Unter den Lesern des Handelsblattes gibt es eine große Menge von Leuten, die aufmerksam und kritisch die Ereignisse in der EU verfolgen - wie ja das Handelsblatt selbst eigentlich auch. Niemand fällt auf solche Berichte herein. Nur weil es in Spanien gerade mal einen Moment ziemlich ruhig war, kann man noch lange nicht von einer Trendwende sprechen. Und die Zahlen zum wirtschaftlichen Aufschwung in Spanien will eh keiner mehr hören. Die Zahlenschiebereien der Vergangenheit sprechen eine zu deutliche Sprache.

    Vielleicht waren ja auch spanische Gewerkschafter auf dem Weg nach Brüssel und konnten sich daher "zu Hause" gerade nicht so engagieren.

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    Eine Groß-Demo der Europäischen Gewerkschaften in Brüssel eskalierte. Rund 30.000 Teilnehmer protestierten gegen das „Kaputtsparen“ der EU.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/04/04/ausschreitungen-in-bruessel-brandbomben-bei-demo/

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/zehntausende-demonstrieren-in-bruessel-gegen-europas-sparpolitik-a-962600.html

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    Mit solchen Artikeln wie diesem setzt das Handelsblatt noch seinen guten Ruf auf´s Spiel.

  • Hallo "Klopapier",
    nehmen Sie doch bitte zur Kenntnis:
    "Es ischt alle auf gutem Wäg!"

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