Arbeitsministerium
US-Arbeitslosenquote so niedrig wie seit 2008 nicht mehr

Der Jobmarkt bleibt das Sorgenkind der US-Regierung. Zwar fällt die Arbeitslosenrate, doch so richtig in Schwung kommt der Stellenmarkt auch nicht. Die Frage ist: Wie reagiert die Notenbank Fed?
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WashingtonDie US-Wirtschaft hat im Juli deutlich weniger Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Dennoch sank die Arbeitslosenquote im Juli überraschend auf den tiefsten Stand seit Ende 2008, da weniger Menschen auf Jobsuche waren. Die Quote rutschte von 7,6 Prozent im Vormonat auf 7,4 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf 7,5 Prozent erwartet.

Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg demnach nur um 162.000. Von Reuters befragte Experten hatten mit 184.000 gerechnet. Trotz der niedrigeren Arbeitslosenquote überwog am Aktienmarkt die Enttäuschung über die langsamere Erholung der US-Konjunktur. Die Wall Street eröffnete im Minus. Auch der Dax sank um 0,3 Prozent auf 8380 Zähler. Der Euro sprang nach Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts auf 1,3285 Dollar von rund 1,3200 Dollar kurz zuvor. Vor allem am Devisenmarkt hatten zuvor die Anleger auf eine positive Überraschung am Arbeitsmarkt und damit ein baldiges Zurückfahren der Käufe von Staatsanleihen und Immobilienpapieren durch die Fed gewettet.

Der schwächer als erwartet ausgefallene Arbeitsmarktbericht nimmt nach Einschätzung der Commerzbank den Druck von der US-Notenbank, die Politik des billigen Geldes demnächst zurückzufahren. Die US-Notenbank hatte nach ihrem jüngsten Zinsentscheid beklagt, die Arbeitslosenquote sei noch immer zu hoch. Sie erwägt, ihre Konjunkturspritzen in Höhe von monatlich 85 Milliarden Dollar zu verringern, macht dies aber von einer durchgreifenden Erholung am Arbeitsmarkt abhängig. Dass die Fed den Einstieg in den Ausstieg der Politik des billigen Geldes bereits auf ihrer kommenden Zinssitzung im September wagen wird, bezweifeln Experten nun allerdings: „Die US-Währungshüter werden behutsam vorgehen. Aus unserer Sicht kann erst ab Oktober mit einer Drosselung der monatlichen Wertpapierkäufe gerechnet werden“, meint Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank.

Fed-Chef Bernanke hatte unlängst gesagt, erst dann die Geldschleusen zu schließen, wenn die Arbeitslosenquote unter 6,5 Prozent fällt. Die Federal Reserve kauft monatlich für insgesamt 85 Milliarden Dollar (63,6 Mrd Euro) langfristige Staatsanleihen und Immobilienpapiere. Der Leitzins ist seit der Finanzkrise 2008 auf einem historischen Niedrigstand zwischen 0 und 0,25 Prozent.

Dass sich beim Jobaufbau und der Quote eine unterschiedliche Tendenz ergibt, liegt an der Erhebungsmethode der Daten. Die Quote fußt auf einer separat ermittelten Haushaltsbefragung. Dabei werden Arbeitslose nicht erfasst, die sich nicht aktiv um eine Stelle bemühen. Ökonom Tobias Basse von der NordLB rechnet damit, dass trotz der Enttäuschung der Märkte über die geringe Dynamik beim Jobaufbau die niedriger Arbeitslosenrate in Erinnerung bleiben wird: „Das Faktum sollte in den Köpfen verankert bleiben, dass sich die Arbeitslosenquote langsam einem Niveau nähert, das die US-Notenbank zum Einstieg in den Ausstieg aus der sehr lockeren Geldpolitik bewegen könnte.“

Positive Nachrichten kommen auch von den Verbrauchern: Die US-Konsumausgaben stiegen um Juni um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Handelsministerium mitteilte. Im Mai hatte es lediglich ein Plus von 0,2 Prozent gegeben. Zuletzt präsentierte sich die Wirtschaft robuster als gedacht. Doch die Fed traut dem Aufschwung noch nicht über den Weg: Die Wirtschaft wuchs im ersten Halbjahr um 1,4 Prozent, im Vorjahreszeitraum hatte sie noch um 2,5 Prozent zugelegt. Die Notenbank spricht von einer Erholung mit mäßigem Tempo. Fed-Chef Ben Bernanke hatte jüngst zudem klargemacht, dass der Arbeitsmarkt noch lange nicht über den Berg ist. Die Quote muss demnach erst auf etwa sieben Prozent fallen, bevor die Fed ihre Anleihenkäufe zur Stützung der Wirtschaft komplett einstellen kann.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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  • man kann diese verdammten korumpierten luegen nicht mehr hoeren.black ist nicht "Beautiful",black ist scheisse und scheisst schwarze luegenscheisse.wann kapieren die amis das endlich???

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