Arbeitspartei wählt Peres ab
Israelische Regierungskoalition vor dem Aus

Der Gewinner der partei-internen Wahlen der israelischen Arbeitspartei, Amir Peretz, hat ein Ausscheiden aus der Regierungskoalition mit Ariel Scharon angekündigt. Zuvor hatte die Partei in einer Urabstimmung überraschend die Ära ihres bisherigen Vorsitzenden Schimon Peres beendet.

HB TEL AVIV. Gewinner Peretz sagte nach israelischen Medienberichten in seiner Siegesansprache, er wolle die Arbeitspartei zu einer echten Alternative zum Likud Scharons machen „und die Macht erringen“. Dies bedeutet das Ende der israelischen Regierungskoalition, mit Parlamentsneuwahlen wird im Frühjahr gerechnet. Nach Angaben des israelischen Rundfunks wird das Parlament am kommenden Mittwoch über seine Selbstauflösung abstimmen.

Peretz will eine Rückbesinnung der Arbeitspartei auf ihre sozialistischen Wurzeln. Mit dem Abzug aus den Gazastreifen habe sich für die Arbeitspartei der Grund für eine Koalition mit Scharon erübrigt.

Peretz hatte sich mit einer knappen Mehrheit gegen den Vize- Ministerpräsidenten Schimon Peres durchgesetzt. Der aus Marokko stammende radikale Gewerkschaftsführer Peretz, der als Sprachrohr der Unterprivilegierten in Israel gilt, erzielte gut 42 Prozent der Stimmen. Auf Peres entfielen 40 Prozent, der dritte Bewerber um den Parteivorsitz, Infrastrukturminister Benjamin Ben-Elieser, kam auf knapp 17 Prozent.

Der 82-jährige Schimon Peres hatte die Partei noch bis zu der im November 2006 anstehenden Parlamentswahl leiten wollen. Obwohl selbst innerparteilich unter Druck, hat Ministerpräsident Scharon bislang noch keine vorzeitigen Wahlen angesetzt.

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