Arbeitszeitdebatte jetzt auch in Frankreich
Auch Franzosen sollen länger arbeiten

Nach Deutschland und Österreich diskutiert nun auch Frankreich über längere Arbeitszeiten. Frankreichs Finanzminister Sarkozy fordert jetzt ebenfalls eine 39 Stunden Woche.

HB PARIS. „Wir können es uns nicht leisten, jährlich 16 Milliarden auszugeben, nur um die Leute von der Arbeit abzuhalten.“ Mit dieser schroffen Losung hat der starke Mann in der Regierung in Paris, Wirtschafts- und Finanzminister Nicolas Sarkozy, die Schlacht um die 35-Stunden-Woche vor kurzem ganz offiziell eröffnet. Es geht ihm um die Milliarden-Subventionen an die Unternehmen, mit denen die Umstellung von zuvor 39 auf 35 Stunden abgefedert wird. So hat Paris die in Deutschland und Österreich begonnene Debatte aufgegriffen.

Die Regierung will „den Sozialstaat sichern“ und deshalb das unbeliebte und bereits 2003 etwas „flexibilisierte“ Gesetz aus der Zeit des sozialistischen Premierministers Lionel Jospin aushöhlen. Und nicht nur die konservativen Politiker, die seit 2002 am Ruder sind, wissen um die Dringlichkeit - jüngste Umfragen zeigen, dass den meisten Bürgern durchaus klar ist, dass sich wohl etwas ändern muss. Während die Gewerkschaften bereits geschlossen Front zu machen versuchen gegen eine Aufweichung der 35-Stunden-Regelung oder auch nur die Debatte darüber, regte Premierminister Jean-Pierre Raffarin jetzt Gespräche zwischen den Sozialpartnern an.

Das Ziel: Wer mehr verdienen will, soll auch länger arbeiten können. Das Gesetz hatte 1999 - im Jahr seiner Verabschiedung - aber auch die französischen Arbeitgeber auf die Barrikaden getrieben wie schon lange nicht mehr. Selbst wenn Gewerkschaften dennoch von einem Handel der Regierung mit den Arbeitgebern sprechen, scheinen auch viele Unternehmen nach der Umsetzung jetzt gegen längere Arbeitszeiten zu sein. „Erst wird uns diese kriminelle Arbeitszeitverkürzung aufgezwungen und jetzt sollen die Unternehmen „autorisiert“ werden, wieder zu den 39 Stunden zurückzukehren“, erläutert der liberale Arbeitgeberverband ETHIC. Und erklärt auch, warum dem sicherlich so ist: „Die Politik will davon profitieren und den Unternehmen die Subventionen wieder wegnehmen.“

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