ARD-Interview zur Ostukraine
Putin will Feinde Kiews unterstützen

Putin signalisiert, dass er eine militärische Niederlage der Rebellen in der Ukraine nicht zulässt und verweist eine deutsche Diplomatin des Landes. Indes streicht Poroschenko staatliche Leistungen in der Ostukraine.
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Berlin/KiewRusslands Präsident Wladimir Putin will eine militärische Niederlage der Separatisten im Osten der Ukraine nicht zulassen. Russland wolle nicht, dass sämtliche politischen Gegner und Widersacher der Regierung in Kiew vernichtet würden, sagte das russische Staatsoberhaupt in einem am Samstag auszugsweise ausgestrahlten Interview der ARD, das bereits am Donnerstagabend aufgezeichnet worden war. Mit Blick auf die Ukraine-Krise rief er außerdem zu einer ausgewogenen Berichterstattung auf: „Das Wichtigste ist, dass man das Problem nicht einseitig betrachten darf.“

„Heute gibt es Kampfhandlungen im Osten der Ukraine, die ukrainische Regierung hat Truppen eingesetzt“, erklärte Putin. Es seien sogar Raketengeschosse eingesetzt worden, „aber wird das erwähnt? Mit keinem Wort“. „Das heißt, dass Sie wollen, dass die ukrainische Regierung dort alle vernichtet, sämtliche politischen Gegner und Widersacher", wendet sich Putin an den Reporter. „Wollen Sie das? Wir wollen das nicht. Und wir lassen es nicht zu.“

Beim G20-Gipfel im australischen Brisbane ist Putin am Samstag auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kommissionspräsident Juncker zusammengetroffen. Merkel verließ nach insgesamt fast vier Stunden Putins Hotel, wo das Gespräch stattfand, teilte ein deutscher Regierungssprecher am Samstag in Brisbane mit.

Zuvor hatte Merkel rund zwei Stunden ein Vieraugengespräch mit Putin geführt. Danach kam Juncker dazu. Putin und Juncker führten wiederum nach Merkels Abfahrt in der Nacht zum Sonntag ihr Gespräch fort, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomatenkreisen. Inhalte der Gespräche wurden zunächst nicht bekannt.

Seit den von der Ukraine und dem Westen nicht anerkannten Wahlen in den Separatistenhochburgen Donezk und Luhansk Anfang November eskaliert die Lage im Osten des Landes zunehmend. Der Anfang September vereinbarte Waffenstillstand wird immer brüchiger. Der Westen wirft Russland vor, die Rebellen im Osten des Landes militärisch zu unterstützen. Russland weist dies entschieden zurück.

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