Argentiniens Finanzkrise

Das Griechenland Südamerikas

Argentiniens Regierung bereitet sich auf einen erneuten Zahlungsausfall vor. Präsidentin Cristina Kirchner scheint das Risiko nicht zu fürchten – dabei könnte das Drama ihre politische Karriere abrupt beenden.
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Keine guten Aussichten: Nach der WM-Finalpleite könnte nun ein erneuter Zahlungsausfall die Argentinier schwer treffen.

Keine guten Aussichten: Nach der WM-Finalpleite könnte nun ein erneuter Zahlungsausfall die Argentinier schwer treffen.

São PauloOffiziell verhandelt die argentinische Regierung weiterhin in New York mit den Fonds, um einen Zahlungsausfall auf seine Schulden zu vermeiden. Doch inoffiziell scheint die Regierung von Präsidentin Cristina Kirchner sich bereits darauf einzustellen, ab Mittwoch erneut von den weltweiten Finanzmärkten isoliert zu sein. Immerhin schickte die Regierung nach etlichen Verzögerungen letzten Freitag doch noch eine Delegation nach New York, um mit einem Vermittlungsanwalt über eine Lösung im Konflikt mit den Hedgefonds zu verhandeln.

Die Hedgefonds haben nach langem Verfahren in der Justiz das Recht erhalten, den vollen Wert ihrer Argentinien-Anleihen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar ausbezahlt zu bekommen. Die argentinische Regierung weigert sich jedoch die Fonds voll zu entschädigen. Denn dann müsste sie auch alle anderen Gläubiger zum vollen Wert ausbezahlen, die bei zwei Umschuldungen Argentiniens mitgemacht haben, argumentieren argentinische Minister.

Die Gläubiger haben 2005 und 2010 auf rund zwei Drittel ihrer Forderungen verzichten müssen. Nach der damals vereinbarten Klausel – Right Upon Future Offers (Rufo) – dürfen andere Gläubiger zehn Jahre lang nicht besser gestellt werden als diejenigen, die bei den beiden Umschuldungsrunden mitgemacht haben. Diese Klausel läuft zum 1. Januar 2015 aus. Dann könnte Argentinien theoretisch die klagenden Hedgefonds auch zum Nennwert ausbezahlen, ohne Entschädigungsklagen befürchten zu müssen.

Argentiniens Präsidentin wie Kabinettsmitglieder wiederholen jedoch gebetsmühlenartig, dass sie ja die Gläubiger bezahlen wollten, aber von der US-Justiz daran gehindert würden. „Die Gläubiger müssen ein neues Wort für unsere Situation finden – ein Zahlungsstopp ist es jedenfalls nicht“, erklärte Präsidentin Kirchner und wies jede Schuld am neuerlichen Default von sich. Doch inzwischen scheint es, dass Argentinien keinerlei Absicht hat die Hedgefonds auszubezahlen – mit dem fadenscheinigen Verweis auf die Rufo-Klausel.

Für Guillermo Nielsen, den Staatssekretär, welcher die erste Umschuldungsrunde mit den Gläubigern verhandelt hat, ist die Entscheidung der Regierung politisch. Es sei sehr wohl möglich sich kurzfristig mit den Gläubigern zu einigen. Argentinien würde mit seiner ablehnenden Haltung gegenüber den Gläubigern den Default in Kauf nehmen und dem Land damit nachträglich schaden.

Doch in Argentinien selbst sind die Sorgen vor einem neuen Zahlungsstopp noch nicht weit verbreitet: Der für Mittwoch drohende Zahlungsausfall wird vor allen in Wirtschafts- und Finanzkreisen diskutiert – die Regierung tut weiterhin so, als ob der erneute Zahlungsausfall kein großes Problem sei: „Nichts wird passieren“, erklärte Oscar Parrilli, der Generalsekretär der Regierung. „Wir arbeiten normal weiter – alles Schwarzmalerei.“

Es drohen Demonstrationen und Revolten
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4 Kommentare zu "Argentiniens Finanzkrise: Das Griechenland Südamerikas"

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  • Die DDR hatte an Valuta-Verbindlichkeiten zum Ende ihres Bestehens,Stand 02.10.1990, 40 MRD DM stehen,wobei diesen 45 Mrd an Forderungen an befreundete "Bruderstaaten" gegenüberstanden(nicht bezahlte Rechnungen im Rahmen des RGW oder Hilfe für Entwicklungsländer,die meist auch nicht zahlten).Schröder erließ alleine Russland,als Rechtsnachfolger der SU, 15 Mrd DM in 01.Das die Infrastruktur der DDR total kaputt war, steht auf einem anderen Blatt,aber an Schulden,meistValutaschulden für gelieferte Rohstoffe,standen nur 40 Mrd in den Büchern.Worauf ich hinaus will.Die USA drucken seit Ende 08 Geld ohne Ende.4000 Mrd US Dollar allein seit Beginn der Finanzkrise und bezahlen damit ihre Schulden,auch Auslandsschulden.Wieso ist manchen Staaten das unbegrenzte Drucken von Geld erlaubt,wie den USA oder Japan(demnächst auch der EU unter Draghi?) und anderen nicht ?Das ist doch die Frage der Fragen,alles andre nur banales Kaffeehaus-Gewäsch.Bisher drucken GB,die USA,Japan,mit Unterbrechungen die Schweiz,um den Franken zu schwächen und an den Euro zu 1,21 zu binden und die EU in der Finanzkrise Geld und zahlen damit Schulden ab.Anderen Ländern ist das nicht erlaubt oder glaubt jemand allen ernstes die Gläubiger nehmen frisch gedruckte argentinische Pesos als Ersatz für ihre US-Dollars in Zahlung?

  • Wo liegt das Problem von Argentinien ?
    Kirchner hat im Juli meine Unterstützung von 11Mrd. Dollar von den Chinesen erhalten,die sich damit in das Land eingekauft haben. China ist weiterhin bereit Milliarden zu investieren.
    Erst kommt Argentinien und danach Brasilien.

  • Das ist eine Beleidigung Argentiniens. Sowohl was das Volumen der Verbindlichkeiten angeht, Argentinien hat schliesslich keine verblödeten Deutschen, die es durchalimentieren, da wird der externe Geldhahn viel eher zugedreht, und ebenso keine Fakelaki und Beamtenvetternwirtschaftskultur. Die sind da viel mitteleuropäischer als es Griechenland je sein wird

  • Wo soll das Problem sein???

    Einfach mal kurz zahlungsunfähig werden, dann bekommt man alternativlos Kredite von IWF/Weltbank (und damit auch von uns). Ein paar Monate später begibt man wieder neue Anleihen, die von irgendwelchen Deppen auch gekauft werden.

    Das haben die Südamerikaner so schon x-Mal gemacht. Also echt kein Aufreger, sondern "Business as usual"

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