Argentiniens Präsidentin Kirchner
Gut gelaunt in den Zahlungsausfall

Argentiniens Präsidentin Kirchner scheint noch nicht zu realisieren, dass die nächsten Monate kritisch werden für Land und Wirtschaft. Noch schwimmt sie auf einer Welle der Zustimmung. Doch das könnte sich bald ändern.
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São PauloWer den ersten Auftritt von Cristina Kirchner in Buenos Aires nach dem Zahlungsstopp erlebte, dem kommen ernsthafte Zweifel, ob die Präsidentin überhaupt realisiert hat, was der erneute Zahlungsausfall für ihr Land bedeuten könnte. Sichtlich gut gelaunt plauderte die Präsidentin in stundenlangen Reden in Anwesenheit ihres Kabinetts über Rentenerhöhungen und über ein neues Konsumentenschutzgesetz. Ansonsten wiederholte sie ihre Interpretation, wonach Argentinien sich nicht in einem Zahlungsausfall befände, denn Argentinien habe ja bezahlt.

Diese verquere Interpretation macht die Präsidentin in Argentinien populär. Nach den neuesten Umfragen schätzt fast die Hälfte der Bevölkerung den harten Kurs Kirchners mit den Gläubigern. Vor einem Monat waren es 38 Prozent der Befragten. „Patria o buitres“ – „Vaterland oder Geier“ haben solidarische Demonstranten in der ganzen Stadt plakatiert. Vor dem Kongress demonstrieren Menschen mit Papptafeln: „Wir sind alle CFK“ –mit CFK sind die Initialen der Präsidentin gemeint.

Es läuft also alles gut für die Präsidentin nach dem erneuten Zahlungsausfall Argentiniens. Denn auch sonst blieb es im Land ruhig: Zwar brach die Börse mit einem Kurssturz von neun Prozent auf die schlechten Nachrichten aus New York ein. Auch die Anleihen verloren sechs Prozent. Das waren jedoch nur Korrekturen der Kursanstiege an Börsen wie Bondmärkten der letzten Tagen, als die Investoren darauf setzten, dass sich Argentinien doch noch mit den Hedgefonds einigen würde.

Doch die Erwartungen wurden enttäuscht: Von der Fonds ist zu hören, dass Argentinien jedes Kompromissangebot zur Zahlung der Forderungen ablehnte. Die argentinische Regierung argumentiert, sie habe die Hedgefonds nicht auszahlen können, weil sie damit zu Nachzahlungen in dreistelliger Milliardenhöhe hätte verpflichtet werden können. Ein Recht auf nachträglich bessere Konditionen hätten die Besitzer argentinischer Anleihen, die bei den beiden Umschuldungsrunden 2005 und 2010 mitgemacht hatten.

Das waren damals 93 Prozent der Gläubiger. Ihnen wurden harte Einschnitte von zwei Dritteln ihrer Forderungen zugemutet, aber auch zugestanden, dass keine anderen Gläubiger von Argentinien besser abgefunden würden. Ein Teil der Gläubiger machte jedoch nicht mit bei der Umschuldung und erstritt vor einem US-Gericht erfolgreich das Recht, voll entschädigt zu werden. Die US-Justiz blockierte jetzt die anstehenden Zahlungen Argentiniens an die Halter von Umschuldungsbonds. Erst müssten die Kläger voll entschädigt werden.

Weil Argentinien jetzt seine Bondszahlungen nicht geleistet hat, ist das Land seit dem 31. Juli offiziell zahlungssäumig. Da Argentinien jedoch einen großen Teil seiner Anleihen – alle, die nicht nach US-Recht platziert wurden – weiterhin bedienen kann, ist das Land nur partiell im Zahlungsausfall, so die Ratingagentur S&P. Von den bis Ende 2015 anstehenden Zahlungen in Höhe von 10,8 Milliarden Dollar entfallen 3,1 Milliarden Dollar auf die Besitzer von argentinischen Bonds nach US-Recht.

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  • Der Antrag wird angenommen da Arg. in Europa liegt.

  • Beginnt jetzt eine weltweite Medienkampagne gegen Frau Kirchner? Weil es ja nicht sein kann, dass Raubtierkapitalisten ins Leere beissen?

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