Armee-Einsatz
Tote bei Gefechten in der Ostukraine

Der Ton zwischen Russland und den USA wird schärfer. Gazprom verlangt mehr als elf Milliarden Euro von der Ukraine. Bei dem Einsatz der ukrainischen Armee sterben nach Angaben aus Kiew fünf prorussische Kämpfer.
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Kiew/Moskau/ChisinauBei dem Einsatz der ukrainischen Armee in der von prorussischen Kräften gehaltenen Stadt Slawjansk sind nach Angaben der Regierung in Kiew mehrere Menschen getötet worden. Wie das Innenministerium am Donnerstag mitteilte, wurden „bis zu fünf“ prorussische Kämpfer getötet. Zuvor hatte die Armee einen Einsatz gestartet, um die Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen.

Unterdessen wird der Ton zwischen den USA und Russland angesichts der anhaltenden Gewalt in der Ukraine rauer. Nun schaltet sich US-Präsident Barack Obama ein. Der drohte Russland mit weiteren Sanktionen. Derzeit würden neue Strafmaßnahmen vorbereitet, sagte Obama am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. „Bisher zumindest sehen wir nicht, dass sie dem Geist oder den Buchstaben der Einigung von Genf nachkommen“, sagte Obama. Sollte die Führung in Moskau das Abkommen weiter missachten, müsse sie mit „Konsequenzen“ rechnen. „Dann werden wir die Sanktionen verschärfen“, warnte Obama nach einem Gespräch mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe.

Allerdings bräuchten die USA die Hilfe ihrer Verbündeten, damit die Sanktionen auch wirksam seien. Er arbeite daran, entsprechenden Rückhalt zu bekommen. Zudem warf der US-Präsident Moskau vor, sich nicht an die Genfer Vereinbarung zur Entschärfung der Spannungen in der Ostukraine zu halten. „Bösartige und bewaffnete Männer“ würden weiter Gebäude in der Region besetzen, doch Moskau habe den Aktionen prorussischer Aufständischer nicht Einhalt geboten.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte die USA am Mittwoch beschuldigt, das Vorgehen der prowestlichen Machthaber in Kiew zu steuern. Er habe keine Zweifel, dass die Amerikaner „die Show dirigieren“, sagte er.

US-Außenminister John Kerry warf Moskau seinerseits vor, sich nicht ernsthaft um eine Beruhigung der Lage in der Ostukraine zu bemühen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier rief Moskau und Kiew gleichermaßen auf, zur Deeskalation beizutragen.

Die USA haben die Kritik des russischen Außenministers Sergej Lawrow an der Ukraine-Politik Washingtons scharf zurückgewiesen. Die Beschuldigung, die USA steuerten die Handlungen der Regierung in Kiew, sei „lächerlich“, sagte Jen Psaki, Sprecherin des US-Außenamts am Mittwoch. „Diese Rhetorik ist kontraproduktiv und aufrührerisch.“ Zugleich verlangte sie die sofortige Freilassung eines von Milizen in der Ostukraine festgehaltenen US-Journalisten.

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  • @ Daltoniker

    -ich hatte Ihnen doch schon mal ein Umfrageergebnis zugeschickt. Haben Sie es in Ihrer Einbildung nicht gelesen ? Aus dieser Umfrage hätten Sie erkannt, dass Sie nicht zu der Mehrheit der Deutschen Bevölkerung gehören ( die 2/3 ausmacht ), sondern zu den Bescheuerten 4/5 der Politganoven.

    Aber ich wiederhole den Link nochmals gerne :

    http://www.zeit.de/2014/16/russlanddebatte-krimkrise-putin/komplettansicht

  • Interessant. Kommerzielle Meinungsforschung ist anscheinend nicht die reine Lehre, ich kenne nur letztere. Allerdings treffen auch die kommerziellen Meinungsforscher vor Wahlen relativ gut das Ergebnis, also liegt kein systematischer Fehler vor.

  • @deltaone

    Ach Delta, eine Freundin von mir arbeitet für Meinungsforscher. Die Fragebögen werden von den Befragern oft selbst zu 100% ausgefüllt und abgegeben, da keiner Lust hat, die Leute zu befragen. Viel zu aufwändig. Und das macht die grosse Masse so. Selbst live erlebt.
    Insofern sind diese Meinungsumfragen für mich so wertvoll wie ein Brötchen.
    Wenn Sie das anders sehen, dann bleibt das Ihr gutes Recht.
    Übrigens: Die von mir erwähnte Dame hatte Statistk als Schwerpunkt in ihrem Studium :-)

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