Armee entmachtet
Kim stellt Nordkoreas Firmen unter zivile Führung

Der neue Machthaber Kim sorgt in Nordkorea weiter für Bewegung: Nach der Entmachtung der Armeeführung will er dem verarmten Land offenbar die umfangreichsten Wirtschaftsreformen seit Jahrzehnten verordnen - zu Lasten des Militärs.
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PekingDer junge Herrscher Kim Jong Un und sein einflussreicher Onkel Jang Song Thaek wollten der Armee das Kommando über die daniederliegenden Betriebe nehmen und diese einer zivilen Führung unterstellen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Insider. Dazu seien in der Regierung und in der kommunistischen Arbeiterpartei spezielle Gruppen eingesetzt worden. Generalstabschef Ri Yong Ho habe gegen den Bedeutungsverlust der Armee als Folge der geplanten Reformen opponiert und sei deshalb geschasst worden.

"In der Vergangenheit hatte die Regierung in der Wirtschaft nichts zu sagen. Die Armee kontrollierte die Wirtschaft, aber das wird sich nun ändern", sagte der Insider mit Verbindungen nach Pjöngjang und Peking. In der Regierung sei ein "politisches Büro" eingesetzt worden, das den Soldaten die Zuständigkeit für die Betriebe und die Landwirtschaft nehmen soll. Ein vergleichbares Gremium sei auch in der Partei geschaffen worden. Die Reformen orientierten sich an China, dem einzigen Verbündeten des international isolierten Landes.

Unter Kims verstorbenen Vater Kim Jong Il galt in der Politik und der Wirtschaft Nordkoreas der Grundsatz "Das Militär zuerst". Das sicherte den 1,2 Millionen Soldaten zählenden Streitkräften den Vorrang vor anderen gesellschaftlichen Gruppen. Vize-Marschall Ri sei der entschiedenste Anhänger Politik des alten Staats- und Parteichefs gewesen, sagte der Insider. Der Generalstabschef, dessen Vater im Zweiten Weltkrieg an der Seite von Staatsgründer Kim Il Sung gegen die Japaner kämpfte, habe die Änderungen abgelehnt. Ri sei deshalb aller Ämter enthoben worden.

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Der Machtkampf zwischen Militär und Kim

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  • Diesen in die Länge gezogenen Artikel hätte man in Kürze und Würze halten und damit viel mehr und verständlicher formulieren können.
    "Der neue Machthaber in Norkorea entrümpelt alte verrostete Strukturen, wonach in Zukunft nicht mehr die Armee in allen Zweigen des Landes die Fäden in den Finger haben wird. Immer mehr Zweige der Wirtschaft werden unter zivile flexible und effizienze Verwaltung gestellt. Nordkorea wird damit den Weg seines grossen Nachbarn China einschlagen. Dies ist umso wichtiger, da in Bevölkerung seit Jahren in arger Hungersnot vegetieren musste. Die Koreanische Führung tut gut daran sich in diese jetzt eingeschöagene Richtung auch in weiteren Teilen des Staates und der Wirtschaft zu beweegen.

  • Ich empfehle dem/der Verfasser/in dieses Artikels sich doch lieber auf Kernkompetenzen zu konzentrieren und etwaige sicherheitspolitische Analysen jenen zu überlassen die sich damit auskennen. So ist es in diesem Zusammenhang unzweckmäßig nordkoreanische "T-34/85" (sowietischer Kampfpanzer aus dem ZWEITEN WELTKRIEG!!!) zahlenmäßig mit südkoreanischen "K1 Type 88" zu vergleichen. Ähnliches oder Schlimmeres gilt auch für alle anderen Kategorien im obigen Vergleich.

    Das durch derart blödsinnige Berichterstattung dargestellte Bedrohungspotenzial ist weder existent noch zielführend.

  • Das ist Privatisierung - sry: Deregulation im eigentlichen Sinne des Wortes.
    Nun endlich wissen wir es.
    Aber über so ein Kaschperlefigur wie die in Nord Korea läßt es sich doch viel leichter herziehen, als über die demokratischen Kaschperln, die ihre Volkswirtschaften schlussendlich auch an die Wand (ge)fahren (haben).
    Immer gut wohin man zu sehen hat, wenns zu Hause voll an die Wand geht...

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