Armenier-Resolution
US-Abgeordnete bekommen Angst vor der eigenen Courage

Der Druck aus dem Weißen Haus und aus Ankra zeigt Wirkung. Im US-Kongress haben sich mehrere Abgeordnete wieder gegen eine Resolution zu einem Massaker an Armeniern gestellt – aus Angst vor einer Verschlechterung der Beziehungen zur Türkei.

HB WASHINGTON. Mindestens sechs Demokraten zogen ihre Unterstützung dafür zurück, zwei weitere forderten die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, auf, das Dokument nicht wie geplant zur Abstimmung zu stellen. Aus Protest gegen die Entschließung, die in der vergangenen Woche den Außenpolitischen Ausschuss passierte, hat Ankara seinen Botschafter in Washington vorübergehend zurückberufen.

In dem Dokument wird die Tötung der Armenier Anfang des 20. Jahrhunderts als Völkermord gebrandmarkt. Präsident George W. Bush hatte die Kongressabgeordneten vor der Abstimmung vergangene Woche eindringlich vor einer Belastung der Beziehungen zur Türkei gewarnt und bemühte sich anschließend um Schadensbegrenzung. Er rief Pelosi am Dienstag auf, auf eine Abstimmung über die Resolution im Repräsentantenhaus zu verzichten.

Die Türkei hat die Verantwortung für die Tötung von schätzungsweise 1,5 Millionen Armeniern in der Endphase des Osmanischen Reiches stets zurückgewiesen und die genannten Zahlen als übertrieben bezeichnet. Nach der türkischen Regierung übten am Wochenende auch die Streitkräfte Kritik an der Resolution.

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