Armut soll nicht vergessen werden
Finanzpolitiker: Geldquellen von Terroristen eindämmen

Auf der Jahrestagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) haben Finanzpolitiker und Notenbankchefs dazu aufgerufen, gegen die Finanzquellen des internationalen Terrorismus vorzugehen, dabei aber die Armut in der Welt nicht zu vergessen.

HB WASHINGTON. Die scharfen Sicherheitsvorkehrungen bei dem Treffen erinnerten die Teilnehmer der Tagung, dass der Terrorismus ein akutes und globales Problem ist. „Der Terror hat auch vor unseren Türen nicht Halt gemacht“, sagte Weltbank-Präsident James Wolfensohn am Sonntag auf der Schlussveranstaltung in Washington. Zugleich äußerte er die Sorge, dass die Anstrengungen zur Terrorismus-Bekämpfung auf Kosten der Entwicklungshilfe gehen könnten. „Die Gefahr ist, dass wir die längerfristigen und ebenso dringenden Dinge unserer unsicheren Welt aus dem Blick verlieren - Armut, Frustration und Hoffnungslosigkeit“, sagte er. Es blieb auf der Tagung indes weitgehend bei Appellen und Mahnungen.

Das Thema Terrorismus und die Auswirkungen auf die Wirtschaft in den Entwicklungsländern wurde in den Konferenzbeiträgen immer wieder angesprochen. Mehrere Redner wiesen auf den Zusammenhang zwischen globaler Sicherheit und wirtschaftlicher Prosperität hin. Gefordert wurden insbesondere wirksamere Maßnahmen zur Aufdeckung und Verhinderung von Geldwäsche-Praktiken als terroristisch eingestufter Organisationen.

Kein Schuldenerlass für die ärmsten Länder

Wie auf dem Parallel-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der G-7-Länder spielte auch beim Jahrestreffen von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank der gestiegene Ölpreis eine wichtige Rolle, ebenso die Frage der Wechselkursmechanismen. Die Weltwirtschaft stehe vor einem anhaltenden Wachstum. Allerdings stellten die hohen Ölpreise dabei ein Risiko dar.

Beim Thema Entwicklung wurde beschlossen, die Möglichkeit einer Neubewertung der Goldreserven des IWF zu prüfen, um auf diese Weise mehr Mittel zur Förderung von Wirtschaftsprogrammen in den armen Ländern zu gewinnen. Ein ins Gespräch gebrachter Verkauf von Goldreserven des IWF wurde nicht weiter verfolgt. Auch zu einem umfassenden Schuldenerlass für die ärmsten Länder konnte sich der IWF nicht durchringen.

Bei seinem ersten Auftritt als neuer IWF-Chef machte der ehemalige spanische Finanzminister Rodrigo Rato deutlich, dass der Währungsfonds die wirtschaftlichen Entwicklungen weltweit mit großer Aufmerksamkeit beobachte, aber nicht alle Krisen voraussagen könne. Es könne auch nicht in jedem Fall finanzielle Hilfe von IWF und Weltbank erwartet werden. Der Fonds müsse auch Nein sagen können, sagte Rato.

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