Asean
Der heimliche Wirtschaftskoloss

Die Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten – Asean – ist eine Wirtschaftsregion, deren enormes Potenzial vom Westen erst noch entdeckt werden muss.
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In Asien entsteht ein neuer Wirtschaftskoloss, und kaum jemand weiß es. Noch immer im Banne des Wachstums in China und Indien haben große Teile der europäischen Wirtschaft bisher kaum erkannt, dass nur einen Steinwurf von diesen Wachstumsstaaten entfernt – in Südostasien - eine potente neue Freihandelszone am Entstehen ist: die Asean Economic Community, oder AEC. Bis 2015 wollen Thailand, Vietnam, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Singapur, Brunei, Kambodscha und die Philippinen ihre Handelsschranken mehrheitlich fallen lassen. Ziel ist der möglichst freie Fluss von Gütern, Dienstleistungen, Investitionen, Kapital und Arbeitskräften.

Zehn Länder mit insgesamt 600 Millionen Menschen und ein kombiniertes BIP, das schon heute jenes von Indien übersteigt - das Potenzial sei atemberaubend, sagen Experten. „Die starke wirtschaftliche Leistung hat dazu geführt, dass die amerikanische Regierung und amerikanische Unternehmen Asean zur Schlüsselpriorität für politisches und wirtschaftliches Engagement gemacht haben“, meint Rajiv Biswas, Chefökonom Asien-Pazifik von IHS Global Insight, gegenüber Handelsblatt Online.

Treiber der Entwicklung ist die in den meisten Asean-Ländern rasch expandierende Mittelklasse. Millionen Menschen haben in den letzten Jahren den Weg aus der Armut geschafft. Jetzt dürsten sie nach Waren und Dienstleistungen – von Kraftfahrzeugen über Mobiltelefone bis zur Gesundheitsversorgung nach westlichem Vorbild. Laut Rajiv Biswas wird die Region Asean in 20 Jahren „zu einem der größten Verbrauchermärkte der Welt werden“, mit einem jährlichen Zuwachs von zehn Prozent.

„Asean wird zur drittgrößten Wachstumsmaschine der Region Asien-Pazifik. Bis 2030 dürfte sich das kombinierte BIP der zehn Mitgliederstaaten von heute 2,3 Billionen US Dollar auf 10 Billionen US Dollar vergrößern“. Die Asean-Länder seien „eine signifikante Quelle von Marktnachfrage“, meint auch Shankaran Nambiar, Professor für Entwicklungswirtschaft an der Manipal International-Universität in Malaysia.

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