Asem-Gipfel
Finanzkrise: Europa holt China mit ins Boot

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zum Auftakt des Asem-Gipfels in Peking einen Vier-Punkte-Plan zum Aufbau einer neuen internationalen Finanzmarktverfassung vorgelegt. Mit Blick auf die Risiken der Finanzmärkte müsse mehr Transparenz im Bankenwesen geschaffen werden, sagte Merkel in ihrem kurzem Eröffnungsstatement vor mehr als 40 Staats- und Regierungschefs.

PEKING. Merkel forderte zudem „neue Anreizstrukturen“ für Manager im Finanzwesen. „Das alleinige Streben nach kurzfristigem Erfolg und das Eingehen exzessiver Risiken dürfen nicht belohnt werden“, so die deutsche Politikern nach einem vorab veröffentlichen Redetext. Merkel sprach sich außerdem für eine schärfere Aufsicht aus, „vor allem bei der Regulierung von Nicht-Banken“ und bei der Kontrolle von Rating-Agenturen.

Als letzten Punkt nannte Merkel eine „bessere internationale Zusammenarbeit“. Dabei sollten ihrer Meinung nach der Internationale Währungsfonds „als Wächter über Stabilität des weltweiten Finanzssystems“ in seiner Rolle gestärkt werden. All dies sei aber nicht mehr im Kreis der G8-Staaten zu lösen. „Deshalb ist es sehr wichtig, dass am Weltfinanzgipfel auch zum Beispiel China und Indien teilnehmen.

Wie zuvor schon EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso mahnte Merkel in der großen Halle des Volkes einen globalen Aktionsplan an. Die Welt müsse „die notwendigen Lehren für die Zukunft zu ziehen“, so Merkel, sonst könnten künftige Krisen noch „desaströser“ ausfallen. Nur ein „gemeinsames Vorgehen kann wirklich etwas bewegen“, hatte auch Barosso bei der Eröffnung des Asem-Gipfels gefordert. „Dies ist eine großartige Gelegenheit für China, Verantwortung zu übernehmen.“

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy rief die asiatischen Staaten auf, die Bemühungen der Europäischen Union zur Lösung der globalen Finanzkrise zu unterstützen. Auf dem Gipfeltreffen sagte der amtierende EU-Ratspräsident, jetzt sei die Zeit der Entscheidungen gekommen. „Es ist eine globale Krise, deswegen müssen wir global darauf antworten.“ Europa brauche die Unterstützung Asiens für seine Bemühungen. „Europa und Asien seien voneinander abhängig“, sagte Sarkozy.

Nicht nur Europa, auch andere asiatische Länder haben unterdessen den Druck auf Peking erhöht, sich stärker und aktiver an der Bekämpfung der weltweiten Finanzkrise zu beteiligen. Thailand, die Philippinen und Südkorea forderten etwa am Rande des Asem-Treffens ein stärkeres Engagement. Zum 7. Asien-Europa-Gipfel (Asem) treffen sich bis morgen mehr als 40 europäische und asiatische Staats- und Regierungschefs. Das Treffen repräsentiert rund 60 Prozent der Weltbevölkerung und gut die Hälfte des globalen Wirtschaftswachstums.

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