Ashton Carter als US-Verteidigungsminister
Ein Zivilist soll künftig das Pentagon führen

Er hat nicht gedient, kennt das Militär nicht von innen. Ashton Carter soll dennoch US-Verteidigungsminister werden, Präsident Obama will ihn nun offiziell nominieren. Doch damit ist Carter das Amt noch nicht sicher.
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WashingtonUS-Präsident Barack Obama will den früheren Vize-Pentagonchef Ashton Carter nach Angaben des Weißen Hauses zum Nachfolger des scheidenden Verteidigungsministers Chuck Hagel machen. Obama werde die Nominierung im Laufe des Tages offiziell bekanntgeben, hieß es am Freitag aus Regierungskreisen in Washington. Carter muss dann noch vom Senat bestätigt werden.

Sollte auch der Senat Ashton Carter den Segen für den Posten des Verteidigungsministers geben, stünde das Pentagon fortan unter der Leitung eines Mannes ohne militärische Erfahrung. Der 60-Jährige wäre der erste Chef des Verteidigungsressorts seit mehr als 30 Jahren, der weder in den Streitkräften gedient noch ein Kongressmandat besessen hat. Der gelernte Physiker ist in seiner Heimat relativ unbekannt. Doch er hat bereits unter zwei US-Präsidenten im Verteidigungsministerium gearbeitet - unter Bill Clinton und Barack Obama.

Von seinem Vorgänger Chuck Hagel unterscheidet sich Carter deutlich. Dies fängt schon damit an, dass Carter ein Akademiker ist, während Hagel vor seiner Ernennung zum Pentagonchef bereits beim Militär und im Kongress gedient hat. Und während Hagel nie als großer Meister der Politik angesehen wurde, hat Carter mehrere politische Schriften verfasst.

1999 schrieb Carter gemeinsam mit dem früheren Verteidigungsminister William Perry ein Buch mit dem Titel „Preventive Defense“ (deutsch: Präventive Verteidigung). Darin zählen sie Gefahren auf, die sich im Falle eines falschen Umgangs damit zu einer großen Bedrohung für die USA entwickeln könnten. Ganz weit oben auf Carter und Perrys Liste steht das Risiko, dass Russland „ins Chaos, in Isolation und Aggression versinken“ könnte. Sie schreiben, Russland „könnte seinen schlimmsten Tendenzen zum Opfer fallen“.

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Es warten große Herausforderungen

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