Asiatische Achse
Wirtschaftskrise zwingt China, Japan und Korea zusammen

Es ist der erste Gipfel der alten Rivalen: Unter dem Druck der weltweiten Rezession haben sich Asiens Wirtschaftsriesen Japan, China und Südkorea auf gemeinsame wirtschaftliche und politische Schritte geeinigt. Indes haben Japan und China jüngst weitere Maßnahmen zur Bakämpfung der Finanzkrise beschlossen.

HB TOKIO. Das Verhältnis der drei nordostasiatischen Nachbarstaaten ist von Konflikten der Vergangenheit belastest, doch immerhin trafen sich die drei großen Regionalmächte jetzt zum ersten Mal zu einem gesonderten Gipfel. Japans Regierungschef Taro Aso bezeichnete das "historische" Treffen als einen "Epoche machenden Fortschritt". Sein chinesischer Amtskollege Wen Jiabao sprach von einem "Meilenstein".

Aso, Wen und Südkoreas Präsident Lee Myung Bak sind sich über die Bedeutung ihrer Länder als ein Zentrum des Weltwirtschaftswachstum bewusst. In gemeinsamen Erklärungen versprechen sie jetzt eine stärkere Kooperation, um die "ernsten Herausforderungen" zu meistern. Konkret wollen sich die Zentralbanken der drei Länder gemeinsam gegen einen weiteren Verfall des südkoreanischen Won stemmen.

Die Erklärungen gehen über die rein wirtschaftliche Zusammenarbeit hinaus. Auch das gegenseitige politische Vertrauen wolle man fördern, ebenso wie den sozialen und kulturellen Austausch. Noch vor kurzem hatte Chinas Empörung über die Pilgergänge des früheren japanischen Premiers Junichiro Koizumi zum Yasukuni-Schrein die Beziehungen mit Japan auf den tiefsten Stand seit Jahrzehnten fallen lassen. An der Gedenkstätte werden unter anderem Kriegsverbrecher geehrt, die wegen Greueltaten in China verurteilt sind.

Nach der Ablösung Koizumis hatten sich die Beziehungen zwischenzeitlich etwas verbessert. Die Wahl des derzeitigen japanischen Premiers Taro Aso, der als national-konservativ gilt, hatte aber Sorgen geschürt, es könnte erneut zu Spannungen mit China und Südkorea kommen.

"Endlich bewegt sich die Achse in Ostasien", schreibt die japanische Zeitung "Mainichi Shimbun". Es werde aber "nicht einfach", dass "zerbrechliche Verhältnis" dauerhaft zu stärken. So vermieden es die drei Politiker, auf Probleme wie die Territorialstreitigkeiten zwischen Japan und den Nachbarn sowie Japans Kriegsvergangenheit näher einzugehen.

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