Asien
China will tibetische Hauptstadt Lhasa umgestalten

China will die historische tibetische Hauptstadt Lhasa umgestalten und ihr damit offiziellen Angaben zufolge einen modernen Anstrich verleihen. Zudem sei geplant, die Bevölkerung im Zentrum der Stadt zu begrenzen.

HB PEKING. Ausländische Denkmalschützer hatten in der Vergangenheit immer wieder kritisiert, die chinesische Führung unternehme nichts, um die historische Substanz Lhasas zu schützen. Zudem werde versucht, durch die Ansiedlung von Han-Chinesen die ethnische Einzigartigkeit der Stadt zu zerstören. China weist dies zurück. Es seien Milliardensummen investiert worden, um die Lebensbedingungen in der einst von Armut und Leibeigenschaft geprägten Region zu verbessern.

Auf der Internetseite der chinesischen Regierung heißt es, Lhasa solle sich bis 2020 zu einer "wirtschaftlich prosperierenden, sozial harmonischen und ökologischen modernen Stadt mit einem lebhaften kulturellen Charakter und tiefgreifenden ethnischen Traditionen" entwickeln. Wie die amtliche Zeitung "China Daily" berichtete, sollen künftig maximal 450 000 Menschen in der Innenstadt leben dürfen. Derzeit hat das gesamte Stadtgebiet rund 500 000 Einwohner. Lhasa ist geteilt in einen traditionellen, historischen Bezirk und einen modernen, wo sich unter anderem Einkaufspassagen und Nachtclubs befinden. In diesem Teil wohnen hauptsächlich zugewanderte Han-Chinesen.

Seit dem Einmarsch der Volksarmee im Jahr 1950 wird Tibet von China mit eiserner Faust regiert. Vor einem Jahr kam es zu einem Aufstand gegen die chinesische Herrschaft, bei dem offiziellen Angaben zufolge 19 Menschen ums Leben kamen. Exil-Tibeter sprechen hingegen von mehr als 200 Toten.

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