Asien-Pazifik-Forum
APEC-Gipfel will Erklärung zu Nordkorea abgeben

Das Atomprogramm Nordkoreas überschattet das Gipfeltreffen des Asien-Pazifik-Forums (APEC) in Hanoi. Die Mitglieder wollen eine gemeinsame Erklärung abgeben.

HB HANOI. US-Präsident George W. Bush hat sich beim Gipfeltreffen des Asien-Pazifik-Forums (APEC) für eine geschlossene Front gegen Nordkoreas Atomprogramm eingesetzt. Ein Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun konnte die Differenzen am Samstag allerdings nicht überbrücken. Südkorea lehnt Inspektionen nordkoreanischer Schiffe ab, mit denen die Lieferung atomwaffenfähigen Materials verhindert werden soll. Dennoch waren die USA zuversichtlich, dass der APEC-Gipfel eine gemeinsame Erklärung zu Nordkorea verabschieden wird.

Es gebe bereits einen entsprechenden Text, auf den man sich geeinigt habe, sagte der Nationale Sicherheitsberater der USA, Stephen Hadley. Diese Erklärung werde eine wichtigen Beitrag zur Diplomatie leisten. Dem Entwurf zufolge äußern sich die 21 APEC-Mitglieder besorgt über den nordkoreanischen Atomwaffentest Anfang Oktober sowie die Raketentests im Juli. Nordkoreas Verhalten gefährde das Ziel einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel.

Unklar war, ob die Stellungnahme zu Nordkorea separat verabschiedet werden soll oder als Teil der allgemeinen Abschlusserklärung des Gipfels. Einige APEC-Mitglieder haben ihren Unmut darüber geäußert, dass ein sicherheitspolitisches Thema den jährlichen Wirtschaftsgipfel überschattet. Die 1989 gegründete Organisation strebt die Errichtung einer Freihandelszone an, bemüht sich aber auch um eine engere Abstimmung in politischen Fragen. Wichtigstes Entscheidungsgremium ist die jährliche Gipfelkonferenz, die in diesem Jahr in Vietnam stattfindet.

Am Rande des Gipfeltreffens kam Bush am Samstag sowohl mit Roh als auch mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe zusammen. Roh sagte, Südkorea werde nicht in vollem Umfang an den von den USA gewünschten Inspektionen nordkoreanischer Schiffe teilnehmen, unterstütze aber Grundsätze und Ziele der Initiative. Bush betonte das gemeinsame Ziel, den Willen der internationalen Gemeinschaft mittels Sanktionen „effektiv durchzusetzen“.

In den Beratungen der USA, Japans und Südkoreas ging es vor allem darum, die Strategie für die Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm abzusprechen. An den Verhandlungen, die im kommenden Monat fortgesetzt werden sollen, nehmen Nord- und Südkorea, die USA, China, Russland und Japan teil.

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