Asienreise
Obama will mit China über Yuan sprechen

US-Präsident Barack Obama will bei seiner Asien-Reise den Währungsstreit mit China offen ansprechen. Er werde die als unterbewertet kritisierte Landeswährung Yuan thematisieren, sagte Obama.
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WASHINGTON. Er wolle das Verhältnis beider Staaten ausgeglichener gestalten, sagte der US-Präsident am Montag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Der Konflikt hat das Potenzial, Turbulenzen nicht nur an den Devisenmärkten, sondern auch in den ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen den USA und dem wachstumsstarken Schwellenland auszulösen. Obama wird am Montag zu seinem Antrittsbesuch in Peking erwartet.

China und die USA sind wirtschaftlich eng verbunden. Die USA gehören zu den wichtigsten Exportmärkten für die chinesischen Firmen, zugleich ist China der wichtigste Gläubiger der USA. Dieses Modell basiere aber auf massiven Ungleichgewichten und Blasen, kritisierte Obama. Die Regierung in Peking müsse daher ein Interesse daran haben, zu einer nachhaltigeren Beziehung zu gelangen. „Sie halten riesige Dollar-Reserven, deshalb ist unser Erfolg wichtig für sie“, betonte Obama. „Wenn wir einige dieser Probleme nicht lösen können, würde dies wirtschaftlich und politisch enorme Belastungen für die Beziehung bedeuten.“

Dabei räumte er ein, dass auch die USA ihr Wirtschaftsmodell umbauen müssten. „Wir müssen mehr nach China exportieren, wir müssen verantwortungsvoller beim Sparen werden“, sagte Obama. Zugleich aber müsse China den heimischen Konsum ausbauen. „Das Schöne ist, dass die chinesischen Verbraucher meiner Einschätzung nach auch bereit sind, mehr zu konsumieren“, sagte Obama, der neun Tage lang durch Asien reisen wird.

Die gigantischen Handelsüberschüsse Chinas sind nach Einschätzung von Experten eine Folge der Pekinger Politik des billigen Geldes. Sie zieht Über-Investitionen nach sich, die mancherorts Spekulationsblasen gleichen. Die Firmen exportieren ihre Über-Produktion. Um die heimische Nachfrage anzukurbeln und den Überschuss in Griff zu bekommen, sind tiefgreifende Reformen nötig wie der Aufbau eines sozialen Netzes.

Eine Aufwertung der Landeswährung – durch die chinesische Produkte im Ausland teurer würden – reicht für eine solche Wende den Experten zufolge nicht aus. Zuletzt machten sich aber auch der Internationale Währungsfonds (IWF) und EZB-Chef Jean-Claude Trichet für eine Freigabe des Yuan stark. Unter dem „kontrollierten Vorgehen“ der Regierung in Peking notiert die Währung seit etwa Juli 2008 weitgehend stabil zu einem Devisenkorb. In den drei Jahren zuvor hatte sie schrittweise etwa ein Fünftel an Wert gewonnen.

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