Asmussen, Lamy, Letta
Top-Experten wollen Euro überlebensfähig machen

Ex-Staatssekretär und Ex-EZB-Direktor Jörg Asmussen hat einen neuen Job: Mit weiteren Top-Experten soll er für das Jacques Delors Institut Vorschläge zur Reform der Europäischen Währungsunion erarbeiten.

Berlin/DüsseldorfEin vom Berliner Jacques Delors Institut und der Bertelsmann-Stiftung zusammengestelltes Expertengremium soll bis zum Herbst Vorschläge für eine Reform der Europäischen Währungsunion vorlegen. Die Idee für das Projekt komme von Jacques Delors, sagte der Geschäftsführer des Instituts, Henrik Enderlein, dem Handelsblatt.

Er bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des „Spiegel“, wonach neben dem früheren Staatsekretär im Bundesarbeitsministerium, Jörg Asmussen, auch der frühere italienische Ministerpräsident Enrico Letta sowie der frühere französische Handelskommissar Pascal Lamy dem Gremium angehören. Asmussen beginne seine Tätigkeit am 1. März, sagte Enderlein.

Federführend dabei sind demnach auch die Bertelsmann-Stiftung und ihr Vorstandsvorsitzender Aart De Geus. Der Gruppe von Top-Fachleuten wird laut Enderlein zudem die Volkswirtin Laurence Boone angehören, die Anfang des Jahres ihren Beraterposten bei Frankreichs Präsident François Hollande aufgab und zum Versicherer Axa wechselte. Er selbst, so Enderlein, koordiniere die Arbeit der Experten.

Konkret geht es laut Enderlein darum, einen Fahrplan für die Vertiefung der Währungsunion zu erarbeiten. „Der Euro ist in seiner jetzigen Ausgestaltung langfristig nicht überlebensfähig“, sagte der Professor an der Berliner Hertie School of Governance dem Handelsblatt. Deshalb sei eine „Grundüberholung“ der Euro-Zone nötig. Asmussen sprach im "Spiegel" von „praktikablen Vorschlägen für eine vertiefte finanzpolitische Zusammenarbeit in der Euro-Zone“.

Die Notwendigkeit, jetzt einen Impuls für eine Reform zu setzen, begründete Enderlein mit dem aktuellen politischen Umfeld. Er verwies auf das im Juni anstehende britische EU-Referendum sowie auf die französische Präsidentschaftswahl und die Bundestagswahl im kommenden Jahr. In dieser Gemengelage, so die Einschätzung Enderleins, dürfte es kaum politische Initiativen für eine Entwicklung des Euro-Raums geben.

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Asmussen arbeitete während der Finanzkrise für Schäuble

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