Assad-Regime
Nach den USA zieht auch Syrien Botschafter ab

Weil US-Botschafter Robert Ford die friedlichen Proteste in Syrien unterstütze, zog er den Unmut des Assad-Regimes auf sich. Aus Angst um sein Leben verließ er das Land. Nun ruft auch Damaskus seinen Botschafter zurück.
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DamaskusNach dem Abzug des US-Botschafters aus Syrien hat Damaskus am Montag reagiert und ebenfalls seinen Botschafter aus Washington abgezogen. Syrien habe Imad Mustapha zu „Konsultationen“ nach Damaskus zurückgerufen, sagte eine Sprecherin der syrischen Botschaft in der US-Hauptstadt. Das US-Außenministerium erklärte am Montag zur Begründung für den Abzug von US-Botschafter Robert Ford, es gebe „glaubwürdige Bedrohungen seiner persönlichen Sicherheit“.

Anhänger des Regimes von Präsident Baschar al-Assad hatten in den vergangenen Monaten mehrfach sowohl die US-Botschaft in Damaskus als auch den Konvoi des Botschafters attackiert. Zuletzt hatten sie Ford am vergangenen Freitag mit Tomaten und Eiern beworfen, als er sich einer Moschee in einem Stadtteil von Damaskus näherte. Dort hatte es zuvor Protestdemonstrationen gegen Assad gegeben.

Es stehe nicht fest, wann Ford wieder von Washington nach Syrien reisen werde, sagte die Sprecherin des US-Außenamtes Victoria Nuland am Montag. „Es wird Sache der syrischen Regierung sein, für seine Sicherheit zu sorgen, wenn er zurückkehrt“, ergänzte sie. Das Regime müsse sich an die Wiener Konvention über diplomatische Beziehungen halten, so wie die USA auch dem syrischen Botschafter in Washington Schutz gewähre.

Ford hatte die Anhänger des Assad-Regimes gegen sich aufgebracht, weil er die friedlichen Proteste der Regierungsgegner offen unterstützt. Im Juli zog er den Zorn der Regierung auf sich, als er den Demonstranten in der Protesthochburg Hama einen Besuch abstattete. Der US-Botschafter hatte wiederholt die gewaltsame Niederschlagung der Protestbewegung durch die Regierung kritisiert.

Mehr als 3000 Menschen sollen getötet worden sein, seitdem sich in dem arabischen Land im vergangenen März eine Protestbewegung formiert hatte.

Unterdessen dementierte der einflussreiche syrische Geschäftsmann Rami Machluf Berichte der Regimegegner, wonach er versuchtes Attentat überlebt haben soll. Dies seien üble Propagandalügen, ließ Machluf, ein Cousin des Präsidenten, über sein Büro mitteilen. Machluf gehört zu den reichsten Männern Syriens. Bereits im Mai hatte die Europäische Union Sanktionen gegen ihn verhängt. Am vergangenen Wochenende war berichtet worden, Machluf habe einen Attentatsversuch unverletzt überstanden. Zwei seiner Begleiter seien getötet worden. Aufgrund der Medienblockade der Regierung lassen sich Berichte aus Syrien oft nicht überprüfen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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