Assad übernimmt die Kontrolle
Syrische Rebellen verlassen Homs

Seit Anfang 2013 belagern Assads Truppen ein Stadtviertel von Homs. Nur selten kam Nahrung dorthin durch. Nun schlossen die Rebellen ein Abkommen mit Assad. Dazu hat die Bundesregierung eine Empfehlung.

Beirut/Prag/BerlinVier Jahre nach Beginn des Aufstands im syrischen Homs rücken die letzten Rebellen aus der Stadt ab. Die syrische Regierung und ihre Gegner erzielten nach Angaben beider Seiten eine Übereinkunft, die auch einen Waffenstillstand und den Austausch von Gefangenen vorsieht. Damit wird die drittgrößte Stadt Syriens bald wieder unter vollständiger Kontrolle der Truppen von Präsident Baschar al-Assad sein.

Der Gouverneur von Homs, Talal Barrasi, sagte der Nachrichtenagentur AP, die Vereinbarung werde ab Anfang nächster Woche umgesetzt. Auch die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte den vereinbarten Abzug der letzten 3200 Rebellen. Sie dürfen sich demnach auf Gebiete unter ihrer Kontrolle zurückziehen.

Bewohner von Homs waren unter den ersten Aufständischen gegen Assad 2011. Die Stadt hieß deshalb „Hauptstadt der Revolution“. Regierungstruppen eroberten jedoch schrittweise das gesamte Gebiet zurück, bis auf das Viertel Waer, das zuletzt noch in der Hand der Rebellen war. Der dort lebende Aktivist Bebars al-Talawy sagte, alle rund 45 Rebellengruppen hätten der Vereinbarung zugestimmt, darunter auch die radikalislamische Nusra-Front und die ultrakonservative Gruppe Ahrar al-Scham.

Gouverneur Barrasi sagte, in Waer lebten noch rund 60.000 Menschen. Sobald die Rebellen abgezogen seien, werde die Versorgung mit Nahrung und anderen Gütern leichter. Schon vergangene Woche und am Montag hätten Hilfskonvois das Viertel erreicht.

Assads Anhänger hatten Waer seit Anfang 2013 belagert und nur sporadisch Nahrung hineingelassen. In den vergangenen zwei Jahren gab es immer wieder Gefechte. Homs liegt im Westen Syriens und hatte einst rund eine Million Einwohner.

Assad lobt die Russen

Nach den Worten von Assad hat sich durch das russische Eingreifen in den syrischen Bürgerkrieg die militärische Lage zugunsten der Regierung gewandelt. Die Unterstützung Russlands werde noch stärker werden, sagte Assad in einem am Dienstag ausgestrahlten Interview des tschechischen Fernsehens.

Diese Entwicklung passe insbesondere dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nicht. Der Abschuss des russischen Kampfflugzeugs durch die Türkei zeige dessen wahre Absichten. Erdogan gilt als erklärter Gegner Assads. Russland begann vor zwei Monaten mit Luftangriffen auf Gegner des syrischen Präsidenten.

Assad sagte in dem am Sonntag aufgezeichneten Gespräch, Angehörige von Extremistengruppen, die sich keiner Verbrechen schuldig gemacht hätten und ihre Waffen niederlegten, könnten in ihr ziviles Leben zurückkehren. Dies sei aber keine Option, die Gruppen wie der Islamische Staat oder die der Al-Kaida nahestehende Nusra-Front wählen würden.

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