Asylangebot Venezuela
Twitter-Nachricht stiftet Verwirrung um Snowden

Nach Angaben eines russischen Spitzenpolitikers hat Whistleblower Snowden Venezuelas Asylangebot angenommen. Die Nachricht geht um die Welt - doch der Russe macht einen Rückzieher: Er habe das im Fernsehen gehört.
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MoskauDie Nachricht ging blitzschnell um den Globus: Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden habe das Asylangebot Venezuelas angenommen, twitterte Alexej Puschkow, der Sprecher des Auswärtigen Ausschusses der russischen Duma am Dienstag. Sofort wurde die Nachricht von russischen Medien, der BBC und Nachrichtenagenturen aufgenommen.

Allerdings: wer die Seite Puschkows besucht oder dem Link einer russischen Zeitung folgt, landet im Nichts, der Tweet über Snowden war bereits wieder gelöscht. Auf Nachfrage von Handelsblatt Online erklärt Puschkow, er habe die Nachricht über Snowden in der Nachrichtensendung "West 24" aufgeschnappt, alle Fragen seien an die Redaktion zu richten.

Auch die Nachrichtenagentur Reuters und der britische Nachrichtensender BBC hatten den Tweet inzwischen verbreitet, schickten dann aber Warnungen hinterher, dass die Situation unklar sei.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hatte zuvor Snowden öffentlich Asyl angeboten. Auch Bolivien und Nicaragua teilten mit, Snowden ein Bleiberecht zu gewähren, sollte er in ihrem Land Zuflucht vor der US-Justiz suchen.

Snowden hat umfangreiche Spähprogramme der USA und Großbritanniens enthüllt und wird daher von der US-Justiz wegen Datendiebstahls und Geheimnisverrats gesucht. Es wurde vermutet, dass sich der Ex-Geheimdienstmitarbeiter am Dienstag noch immer in der Transitzone des Moskauer Flughafens Scheremetjewo aufhielt.

Georg Watzlawek
Georg Watzlawek
Handelsblatt Online / Ressortleiter Wirtschaft und Politik

Kommentare zu " Asylangebot Venezuela: Twitter-Nachricht stiftet Verwirrung um Snowden"

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  • "Die Russen wissen schon, wie so was zu machen haben"

    Yeah! *lol*

    Es gibt in diesem Social-Media Onlinekrimi keine Guten und Bösen. Teilen ist angesagt, die Rollen des Hasen, des Igels und des Fuchses sind beliebig austauschbar.

  • Ich denke mal, dieses Verwirrspiel ist gewollt und gemacht.
    So weiß eben niemand was Genaues, bis er vielleicht tatsächlich in Venezuelas ist.
    So können die Amis eben nicht noch einmal eine Maschine zur Landung zwingen.
    Die Russen wissen schon, wie so was zu machen haben

  • Gleich der erste Kommentar mit so viel Unverstand läßt mehr als tief blicken. Fakt ist, daß gegen sämliche demokratischen Grundrechte der Bürger, also auch unserer, verstoßen wird und nicht nur das eigene Volk, sondern auch die Völker der angeblichen Freunde und Partner gleich flächendeckend mit ausspioniert werden.

    Von wegen es gibt nichts zu verbergen. Keinen Staat der Welt geht etwas an, was ich als Bürger privat mache, denke oder von mir gebe, solange ich mich an Recht und Gesetz halte. Alle Informationen, die verdachtsunabhängig via Rasterfahndungsmethoden gewonnen werden, sind rechtswidrig erhobene Daten. Der weiteren Erhebung muß umgehend ein Riegel vorgeschoben werden und die schon erhobenen Daten sind umgehnd zu löschen. Alles andere ist von keinem mündigen Bürger hinzunehmen.

    Bleibt die Frage, wer diese ach so braven Tugendwächter überwacht? Unsere Bücklingmerkel wohl kaum. Sie sitzt´s mal wieder aus und manch dummer Speichellecker klatscht auch noch Beifall. Einfach unglaublich, was über uns gekommen ist!

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