Asylrecht verschärft
Österreich erschwert Flüchtlingen Familiennachzug

Wien setzt strengere Regeln für den Familiennachzug für Flüchtlinge durch und führt bereits ab Mitte November ein Asyl auf Zeit ein. Das UN-Flüchtlingshilfswerks kritisiert Österreichs Regierung deshalb scharf.

WienAngesichts von Einwanderungszahlen in Rekordhöhe will Österreich das Asylrecht verschärfen. Die Regierung will ab Mitte November neben einem Asyl auf Zeit strengere Regeln für den Familiennachzug einführen. Wie das Innenministerium am Dienstag erklärte, betrifft dies hauptsächlich Afghanen, denen kein Flüchtlingsstatus zuerkannt wurde, die aber dennoch im Land bleiben können.

„Hier wird die Wartefrist beim Familiennachzug von einem Jahr auf drei Jahre erhöht“, sagte Ressortchefin Johanna Mikl-Leitner. In Deutschland fordern CDU und CSU seit dem Wochenende eine Begrenzung des Familiennachzugs gefordert, um die Flüchtlingskrise bewältigen zu können.

Flüchtlingsrouten nach Europa <--! Unglücksstelle 1-->
Unglücksstelle

11.02.2015 - 330 Tote

3.10.2014 - 366 Tote

4.08.2011 - 125 Tote

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Unglücksstelle

29.07.2015 - 150 Tote

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Unglücksstelle

19.04.2015 - 700 Tote

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Unglücksstelle

1.06.2011 - 270 Tote

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Unglücksstelle

15.09.2014 - 500 Tote

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Unglücksstelle

11.06.2012 - 54 Tote

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Unglücksstelle

4.11.2014 - 24 Tote

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Westafrikanische Route

Irreguläre Grenzübertritte 2006-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Marokko: 52
- Guinea: 50
- Senegal: 26

Westliche Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Algerien (See): 734
- Kamerun: 1497
- Mali: 669 (Land)

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Zentrale Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2008-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Syrien: 39.651
- Eritrea: 33.559
- Unbekannt: 26.340

Apulien und Kalabrien

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2013

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Jan-Jun): 7.751

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Syrien: 3.040
- Nigeria: 684
- Eritrea: 475

Östliche Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2008-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 4- Herkunftsländer der Migranten
- Syrien: 48.075
- Afghanistan: 12.475
- Somalia: 1.621 (Sea)
- Irak: 483 (Land)

Balkan-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Kosovo: 22.059
- Afghanistan: 8.342
- Syrien: 7.320

Osteuropäische Route

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Vietnam: 257
- Afghanistan: 209
- Georgien: 171

Albanien-Griechenland Route

Irreguläre Grenzübertritte 2008-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Albanien: 8.757
- Mazedonien: 31
- Georgien: 14

Quelle: Frontex Annual Risk Analysis 2015

Das UN-Flüchtlingshilfswerk kritisierte die Pläne der Regierung. Familien könnten für viele Jahre oder dauerhaft auseinandergerissen werden, sagte UNHCR-Österreich-Chef Christoph Pinter. Es sei zu befürchten, dass Frauen und Kinder vermehrt lebensgefährliche Fluchtrouten wählten.

Die Koalition aus Sozialdemokraten und Konservativen hat sich auch darauf geeinigt, anerkannten Flüchtlingen ein Schutzstatus für maximal drei Jahre zu gewähren. Sollte sich in diesem Zeitraum die Lage im Herkunftsland so weit stabilisieren, dass eine Rückkehr möglich ist, sollen die sei Österreich verlassen. Bisher wird Asylberechtigten ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht gewährt.

Die schärferen Regeln sollen für alle gelten, die vom 15. November an nach Österreich kommen. Das Land zählt wie Deutschland und Schweden zu den Ländern mit den höchsten Flüchtlingszahlen. Bis Jahresende rechnet die Regierung mit insgesamt rund 85.000 Asylanträgen, was einem Prozent der Gesamtbevölkerung von 8,5 Millionen entspricht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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