Athen rechnet nicht mit einvernehmlichem Ergebnis
Zypern-Gespräche offenbar festgefahren

Am Verhandlungsort auf dem Bürgenstock bei Luzern sind die Beratungen über eine Wiedervereinigung der seit 30 Jahren geteilten Mittelmeerinsel Zypern offenbar weitgehend festgefahren. Vor allem die Griechen wollen sich nicht mit dem Friedensplan anfreunden, den Uno-Generalsekretär Annan zuvor noch einmal überarbeitet hatte. Die USA drängen jedoch mit Macht auf ein Ergebnis bei den Verhandlungen. Auch UN-Generalsekretär Kofi Annan, der sich vor Ort befindet, möchte die Verhandlungen noch am Mittwoch abschließen.

HB LUZERN. US-Außenminister Colin Powell habe seinem griechischen Amtskollegen Petros Moliviatis in einem Telefongespräch gesagt, die USA wollten eine Vereinbarung bei den Schweizer Verhandlungen. Das teilte ein Sprecher des griechischen Regierungschefs Kostas Karamanlis mit.

Vor allem die griechische Seite sei mit dem von Annan überarbeiteten Friedensplan nicht einverstanden, hieß es auf dem Bürgenstock. Umstritten seien unter anderem die Flüchtlingsfrage und damit das Rückkehrrecht, Eigentumsfragen sowie die Anzahl griechischer und türkischer Truppen auf Zypern nach einer Wiedervereinigung. Ein Regierungssprecher in Athen sagte, seine Regierung rechne nicht mit einem einvernehmlichen Ergebnis.

Annan möchte, dass die Konfliktparteien ihre Unterschrift unter ein Abkommen setzen, mit dem die bestehende Teilung überwunden werden soll. Am 20. April sind laut UN-Fahrplan Volksabstimmungen in beiden Teilen der Mittelmeerinsel vorgesehen. Zypern ist eines von zehn Ländern, die am 1. Mai der Europäischen Union (EU) beitreten werden.

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