Athen schlägt Alarm „Beispielloser spekulativer Angriff auf Griechenland“

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou will angesichts der dramatischen Finanzlage seines Landes alle politischen Kräfte Griechenlands in die Pflicht nehmen. Kurz vor einem Krisengespräch mit den Parteivorsitzenden des Landes gab sich der Premier höchst alarmiert. Griechenland sei Opfer von Spekulanten, die hohen Renditeaufschläge auf seine Staatsanleihen daher ungerechtfertigt.
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Papandreou schlägt Alarm. Quelle: Reuters

Papandreou schlägt Alarm.

(Foto: Reuters)

HB ATHEN. „Griechenland steht im Zentrum eines beispiellosen spekulativen Angriffs und das wird unsere Wirtschaft abwürgen“, sagte Ministerpräsident Giorgos Papandreou am Dienstag. Finanzminister Giorgos Papakonstantinou sieht die Euro-Zone in der Pflicht. Mehrere Länder wie Portugal oder Spanien könnten in Mitleidenschaft gezogen werden.

Papakonstantinou zeigte sich zuversichtlich, dass die EU-Kommission am Mittwoch grünes Licht für den Sparplan der Regierung gibt. Bis 2012 soll so das Defizit unter die Maastricht-Grenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung gedrückt werden, nach 12,7 Prozent 2009.

Währungskommissar Joaquin Almunia hatte den Plan am Montag als ambitioniert, aber machbar bezeichnet. Das hat die Kurse der griechischen Anleihen gestützt: Die Risikoaufschläge lagen am Dienstag bei gut 3,4 Prozentpunkten, nachdem sie vergangene Woche noch ein Rekordhoch bei mehr als vier Prozentpunkten erreicht hatten.

Der Idee eines gemeinsamen Euro-Bondes stehe er offen gegenüber, sagte Papakonstantinou. „Angesichts der Umstände kann Griechenland aber nicht vorpreschen und die Fahne für Euro-Bonds hochhalten.“ Eine gemeinsame Anleihe aller Euro-Länder wäre eine Möglichkeit, Griechenland zu günstigeren Finanzierungsbedingungen zu verhelfen.

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4 Kommentare zu "Athen schlägt Alarm: „Beispielloser spekulativer Angriff auf Griechenland“"

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  • Wer darauf setzt, dass die bestehenden Staatschulden "in bar" jemals zurückgezahlt werden, hat schon verloren!

  • Nun zeigt sich, dass das, was zusammenwachsen sollte, nicht zusammenwachsen wird. Die EU und der Euro werden zerbrechen. Onkel Sam und der gelbe Riese reiben sich die Hände...

  • insolvenzverschleppung a la Greece!

  • Klar, die Spekulanten sind schuld. Und um Griechenland vor den bösen Spekulanten zu beschützen,muß eine gemeinsame Anleihe emittiert werden.Wenn dieses beispiel Schule macht, werden andere EU Staaten ebenfalls auf eine solche Lösung hinarbeiten und die Folgen unsolider Finanzpolitik wird den bürgern der wirtschaftlich starken Länder aufgebürdet. Hier sieht man deutlich, dass die die Grundbedingung für Einführung des EURO - nämlich Finanzdisziplin - eben langfristig nicht eingehalten wird.

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