Atom-Abkommen
Indien darf künftig Kernmaterial einführen

Nach zähen Verhandlungen mit Vertretern von 45 Ländern ist das umstrittene Atom-Abkommen zwischen den USA und Indien am Samstag von der Gruppe der Kernmaterial-Lieferländer (NSG) gebilligt worden. Das erklärten Delegierte der Nachrichtenagentur AP bei den Verhandlungen in Wien.

HB WIEN. Es habe bei den Gesprächen hinter verschlossenen Türen "breite Einigkeit" gegeben. Damit kann die Atommacht Indien künftig Nukleartechnologie aus den USA einführen, obwohl es den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet hat.

Zuletzt sei es gelungen, die Bedenken Irlands, Österreichs und Neuseelands auszuräumen, hieß es in Wien. Die Länder hatten zuletzt die Festlegung drastischer Konsequenzen gefordert, falls Indien erneut Atombombentests durchführen sollte. Die Regierung in Wien teilte am Samstag mit, Neu-Delhi habe ausreichende Garantien gegeben, deswegen stelle sich Österreich nicht mehr gegen das Abkommen. Der US-Vertrag muss noch vom Kongress in Washington gebilligt werden.

Die USA wollen Indien Material für die friedliche Nutzung der Kernenergie liefern. Nach Ansicht Washingtons wird dies im Gegenzug zu einer besseren Kontrolle der Atomenergie in Indien führen. Seit 30 Jahren gilt gegen Indien ein Handelsembargo, da das Land internationale Verträge zur Verhinderung der Verbreitung von Atomwaffen (NPL) nicht unterzeichnet und selbst Atomwaffen getestet hat. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat der Lieferung von Atommaterial an Indien schon zugestimmt. Das Abkommen der USA mit Indien konnte aber erst in Kraft treten, wenn auch die NSG zustimmte.

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