Atom-Abkommen
Irans Eintrittskarte in den Klub der Mächtigen

Der Atom-Deal ist vor allem eines: ein Sieg für Teheran. US-Präsident Barack Obama will den Iran stärken und geht damit auf Distanz zu traditionellen Verbündeten. Der Abschluss ist besonders für Israel eine kalte Dusche.
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Tel AvivIrans Außenminister Jawad Sarif war voll des Lobes für den Vertrag am Ende der Mammut-Verhandlungen: Der Abschluss sei das Beste, das habe angestrebt werden können, auch „wenn er nicht für alle perfekt“ sei. Denn heute auch noch alles scheitern können.

Das Abkommen ist ambitiös. Es soll verhindern, dass Teheran in den nächsten Jahren Atomwaffen entwickelt. Irans Atomindustrie hat sich in den kommenden zehn Jahren so weit einzuschränken, dass sie stets zwölf Monate benötigen würde, um genügend Nuklear-Material für eine Bombe anzusammeln. Nach diesen zehn Jahren werden die Einschränkungen in den folgenden fünf Jahren gelockert. Danach fallen die Beschränkungen ganz weg.

Für eine Wertung des Abkommens ist es zwar noch zu früh, da die Details zur Stunde noch nicht bekannt sind. Sicher ist bloß: Das Vertragswerk ist äußerst komplex, und es soll mit den technischen Anhängen rund 100 Seiten umfassen.

Teheran wird jetzt zunächst beweisen müssen, dass es sich an den Vertrag hält, sprich: keine Atomwaffen anstrebt, zumindest nicht bis ins Jahr 2030. Im Gegenzug werden die USA, die EU und die Uno die Sanktionen aufheben.

Davon erwarten westliche Diplomaten laut einem Bericht des Wall Street Journals einen jährlichen Wachstumsschub für die iranische Wirtschaft von sieben bis acht Prozent. Sind die Sanktionen einmal beendet, könnte Iran nicht nur seine Erdölexporte verdoppeln. Das Regime wird auch Zugriff haben auf die mehr als 100 Milliarden Dollar, die derzeit im Ausland eingefroren sind.

Von der absehbaren Aufhebung der Sanktionen versprechen sich deshalb vor allem der Mittelstand und die Wirtschaft einiges, die beide besonders stark unter dem Boykott ihres Landes gelitten haben. Der als Reformer geltende Präsident Hassan Rohani kann zwei Jahre nach seiner Wahl sein Versprechen einlösen, sich für eine offenere Wirtschaft einzusetzen.

Setzt er sich gegenüber den Hardlinern durch, die von einer Annäherung mit dem Westen nichts wissen wollen, stärkt das die innenpolitische Position des Regimes.

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Irans Eintrittskarte in den Klub der Mächtigen

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Der Deal festigt auch die regionale Position Teherans

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  • "Das ist eine schlechte Nachricht für den Nahen Osten: Iran feuert seit Jahren die Schiiten in der Nachbarschaft an, unterstützt diejenigen, die gegen sunnitische Regimes vorgehen oder sie stürzen wollen. Vom Libanon bis in den Jemen sind iranische Stellvertreter dabei, die regionale Ordnung umzustoßen." + folgender Abschnitt

    Ich bitte Sie! So eine unfundierte Analyse habe ich lange nicht mehr gelesen.
    - Die Hisbollah ist die natürliche Vertretung des shiitischen Drittels der libanesischen Bevölkerung und ist fester Bestandteil des Systems. Anstatt gegen Israel zu kämpfen, verteidigt die Hisbollah derzeit vor Ausläufern des IS.
    - Die Regierung Assad und die von ihm befohlene Armee sind die legitimen Vertreter des syrischen Staats. Wieso sollte der Iran diesen nicht unterstützen? Eine bessere Alternative als der IS, Al Qaida oder die "moderate Opposition", deren Vertreter auch gerne mal vor laufender Kamera Herzen fressen ist Assad, der Verteidiger säkulärer Werte, allemal.
    - Irak: Nicht Ihr Ernst?! Die Schiiten stellen 2/3 der Bevölkerung, die schiitische Regierung unter Al-Mailiki selbst hat den Iran um Hilfe gebeten. Welche entsprechend folgte. Dass der Iran unter Soleimani die schiitischen Rebellenmilizen um sich scharen kann, ist nicht weiter verwunderlich. Und hilft der irakischen Armee im Kampf gegen den IS anscheinden doch sehr.
    - Jemen: Im Gegensatz zu den Bombardements der Saudis ist militärische Hilfe des Iran nicht bewiesen. Vielleicht sollten Sie sich mal lieber die Umstände des Bürgerkriegs genauer ansehen. Gerade die Wahl von Hadi war so koscher wie eine Gulaschkanone voll Schweinefleisch.
    - Palästina: Hier kann ich Ihnen ausnahmsweise mal zustimmen.
    Die Milizen im Irak und im Jemen, sowie die syrisch arabische Armee als Terror-Milizen zu bezeichnen zeugt dann aber doch eher von Unwissenheit und Ignoranz.
    Journalismus, wie er nicht sein sollte!

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