Atomabkommen: EU setzt Sanktionen gegen Iran teilweise aus

Atomabkommen
EU setzt Sanktionen gegen Iran teilweise aus

Die Europäische Union hat einige der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran vorübergehend unterbrochen. Jetzt darf sich das Land ab Februar erstmals an ehemals eingefrorenen Ölgeldern bedienen.
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BrüsselNach der Einigung im Atomstreit mit dem Iran hat die Europäische Union einen Teil ihrer Wirtschaftssanktionen gegen Teheran ausgesetzt. Das teilte die EU am Montag mit. Zuvor hatte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA mitgeteilt, dass der Iran wie verlangt die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent eingestellt habe. Damit kam die Regierung in Teheran einer wichtigen Vereinbarung des Atomabkommens nach, das das Land im vergangenen November mit den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats und Deutschland ausgehandelt hatte.

Für den Iran bedeutet die Aussetzung der Sanktionen der Europäischen Union und der USA, dass schon Anfang Februar erste eingefrorene Ölgelder fließen. Eine erste Tranche über 550 Millionen Dollar (etwa 406 Millionen Euro) der insgesamt 4,2 Milliarden Dollar an im Ausland eingefrorenen Öleinnahmen soll am 1. Februar ausgezahlt werden.

Darüber hinaus soll der Iran wieder petrochemische Produkte ausführen dürfen. Zudem sollen die Einfuhr von Gütern für die Autoindustrie sowie der Handel mit Edelmetallen erlaubt werden. Ferner kann der Iran seine Ölexporte von geschätzten eine Million Barrel täglich beibehalten. Während der Dauer des vorläufigen Atomabkommens muss der Iran mit keinen weiteren Sanktionen rechnen.

Der Westen befürchtet, dass hoch angereichertes Uran letztlich zum Bau einer Atombombe führen könnte. Deshalb wurde der Iran mit dem Atomabkommen für sechs Monate verpflichtet, die Anreicherung auf 20 Prozent zu stoppen. In dem halben Jahr wollen die Beteiligten ein endgültiges Abkommen aushandeln, das den Iran dauerhaft vom Bau von Atomwaffen abhalten soll.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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