Atomabkommen unterzeichnet - USA gegen Lieferung
Russland liefert Iran Brennstäbe

Russland und der Iran haben am Sonntag in der südiranischen Hafenstadt Buschehr ein Abkommen über die Lieferung von Kernbrennstoffen an das iranische Atomkraftwerk Buschehr unterzeichnet und sich damit erheblichen Einwänden der USA widersetzt.

HB BUSCHEHR/TEHERAN. Der Chef der russischen Atombehörde, Alexander Rumjanzew, und sein iranischer Amtskollege Gholam Resa Akasadeh setzten ihre Unterschriften unter drei Protokolle, die die grundsätzliche Lieferung von Brennstäben für das Atomkraftwerk Buschehr, ihre Rücknahme und Endlagerung sowie den Zeitplan der Lieferung regeln.

Ursprünglich hatte die Unterzeichnung am Samstag in Teheran erfolgen sollen, war aber wegen Differenzen um einen Tag verschoben und nach Buschehr verlegt worden, wo russische Techniker seit zehn Jahren an der Fertigstellung des Atomkraftwerks arbeiten.

Am umstrittensten war der Zeitplan der Lieferung der ersten Brennstäbe. Beide Seiten hielten den Zeitplan geheim, betonten aber, die Lieferung werde nach international anerkannten Regeln erfolgen. Während Teheran auf den Beginn der Lieferung der Brennstäbe Ende Mai bestanden hatte, hatte Moskau dies als viel zu früh zurückgewiesen.

Strittig war auch das Datum der Fertigstellung des AKW Buschehr. Während Iran sie für Ende Februar 2006 anstrebt, geht Russland von Ende 2006 aus. Dazu wurden am Sonntag keine Angaben gemacht. Rumjanzew betonte, vor dem Start der Testphase müssten alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen sein. Er versprach, Russland werde mehr Ingenieure schicken, um die Bauarbeiten zu beschleunigen.

Der erste 1000-Megawatt-Block in Buschehr hätte schon 1999 vollendet sein sollen. Mehrfache Verzögerungen hatten Kritik in Iran ausgelöst. Am Samstag hatte der frühere Staatspräsident und noch immer einflussreiche Spitzenpolitiker Ali Akbar Haschemi Rafsandschani dem russischen Delegationsleiter sein Missfallen über die Verzögerungen ausgedrückt. „Für irgendwelche Verzögerungen gibt es gegenwärtig keine Rechtfertigung, und wir erwarten von Russland, dass es sich nicht von den Feinden Irans beeinflussen lässt“, sagte Rafsandschani mit Blick auf die USA, die das russisch-iranische Atomabkommen gern hintertrieben hätten.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärte am Sonntag, Iran werde keine Zugeständnisse in der Frage der Uran-Anreicherung machen. In den Gesprächen mit der Europäischen Union sollten alle Sorgen über das iranische Atomprogramm zerstreut, doch das Recht Irans auf Uran-Anreicherung beibehalten werden, sagte Hamid Resa Assefi vor der Presse in Teheran. Derzeit hat Iran die Uran- Anreicherung für die Dauer der Gespräche mit der EU ausgesetzt.

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