Atomenergiebehörde
Länder akzeptieren Atom-Schlichtungsvorschlag

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) gibt dem Atomstreit mit Iran eine neue Wende: Die Regierungen in Washington, Paris und Moskau haben am Freitag dem Vorschlag der IAEA zur weiteren Anreicherung iranischen Urans in Russland zugestimmt.
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HB WIEN. Die Botschafter der USA und Frankreichs hätten bereits formell ihr Ja zu dem Entwurf erklärt, sagte ein Diplomat aus einem der Länder in Wien. Zuvor hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau bereits erklärt, sein Land sei mit dem Vorschlag einverstanden. Jedoch hatte Russland dies bis zum Mittag noch nicht offiziell der IAEA mitgeteilt.

Der Iran zögerte bislang mit einer Antwort auf den IAEA-Vorschlag. Das iranische Fernsehen meldete am Freitag, die Führung in Teheran warte auf „positive und konstruktive“ Reaktionen anderer Länder auf den IAEA-Vorschlag zur Verringerung der iranischen Uranbestände.

Der Entwurf der Uno-Behörde sieht vor, dass der Iran 1200 Kilogramm an niedrig angereichertem Uran bis Jahresende nach Russland zur höheren Anreicherung auf 20 Prozent bringt. Teheran braucht diesen Brennstoff für den Betrieb eines medizinischen Forschungsreaktors. Am Freitag läuft die Frist zur Annahme des IAEA-Papiers ab. Ziel der Atomenergiebehörde ist es, so den Atomstreit zu entschärfen.

Die vier Länder hatten bis Mittwoch in Wien nach Lösungen für den Atomstreit gesucht. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Nuklearenergie heimlich den Bau der Atombombe anzustreben. Teheran bestreitet das.

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