Atomenergiebehörde
Wahl eines neuen IAEA-Generaldirektors gescheitert

Die Wahl eines Nachfolgers von IAEA-Generaldirektor Mohamed El Baradei ist im ersten Anlauf gescheitert. Auf der Sondersitzung des 35-köpfigen Direktoriums der Internationalen Atomenergiebehörde hat keiner der beiden Kandidaten die erforderliche Zweidrittelmehrheit bekommen.

ap WIEN.

Das Direktorium will nun in mehreren Wochen einen neuen Anlauf nehmen, um einen Nachfolger des im November ausscheidenden Friedensnobelpreisträgers zu wählen. Bis dahin solle neuen Kandidaten Gelegenheit gegeben werden, sich zu präsentieren.

Am Donnerstag und Freitag standen die Delegationsleiter Japans und Südafrikas bei der die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen überwachenden IAEA zur Wahl - Yukiya Amano und Abdul Samad Minty. Amano gilt als zurückhaltender Diplomat, während Minty - ähnlich wie ElBaradei - auch zu offenen politischen Worten bereit ist. Die USA haben in Wien durchsickern lassen, dass sie Amano favorisieren, weil sie einen Generaldirektor wünschen, der die IAEA aus politischen Richtungskämpfen heraus hält. Minty hat die Unterstützung der blockfreien Nationen, von denen einige ein Recht des Irans zur Urananreicherung trotz eines vom UN-Sicherheitsrat ausgesprochenen Verbots verteidigt haben.

El Baradei tritt nach einer zwölfjährigen Amtszeit als IAEA-Generaldirektor zurück. 2005 wurden die IAEA und El Baradei für ihren Einsatz gegen den Missbrauch der Atomenergie mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die USA versuchten 2005 seine Wiederwahl zu verhindern, weil er die Begründung des damaligen US-Präsidenten George W. Bush für den Irak-Krieg kritisiert hatte. Bush hatte dem Irak vorgeworfen, Massenvernichtungswaffen zu besitzen.

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