Atomgespräche in kritischer Phase
Nordkorea droht mit Atomtest

Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters hat Nordkorea mit dem Test eines Atomsprengsatzes gedroht. Die Nordkoreaner stellen Bedingungen für einen Stopp ihres Atomprogramms.

HB PEKING. Nordkorea und die USA sind sich offenbar bei den Sechs-Staaten-Verhandlungen über einen Stopp des Atomprogramms des asiatischen Landes kaum näher gekommen.

Nordkorea legte den USA am Freitag Bedingungen für ein Einfrieren seines Atomprogramms vor. Zuvor sollen Unterhändler des Landes nach Angaben aus US-Regierungskreisen bei den Verhandlungen über ein Ende des Programms mit einem Atomwaffentest gedroht haben. Die chinesischen Gastgeber der Verhandlungen machten Fortschritte bei den Gesprächen aus. Man sei sich einig, dass ein Einfrieren des Programms der erste Schritt zu einer Denuklearisierung Nordkoreas sein müsse, sagte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums.

„Im Moment eines Einfrierens sollten die USA dabei mitwirken, uns mit Energiekapazitäten von zwei Millionen Kilowatt auszuhelfen, uns von ihrer Liste staatlicher Unterstützer des Terrorismus streichen und wirtschaftliche Sanktionen und Embargos abzubauen“, hieß es in einer vor der Botschaft des Nordkoreas in Peking verlesenen Erklärung. Für den Fall, dass die USA an der Belieferung mit Energie mitwirkten, werde sich Nordkorea bei seinen anderen Forderungen flexibel zeigen. „Wir haben auch wiederholt darauf hingewiesen, dass - wenn die USA ihre uns gegenüber feindlich eingestellte Politik aufgeben - wir alle unsere Pläne im Zusammenhang mit Atomwaffen aufgeben werden.“

Nach Angaben aus US-Regierungskreisen soll Nordkorea in einem bilateralen Gespräch mit einem Atomwaffentest gedroht haben. Einige Vertreter der nordkoreanischen Führung seien an Atomtests interessiert, sollen die Nordkoreaner gesagt haben. Später stellten US-Regierungskreise aber klar, die Möglichkeit von Atomtests sei zwar angesprochen worden, dabei habe es sich aber nicht um eine Drohung gehandelt. Nach Angaben des US-Geheimdienstes CIA hat Nordkorea ausreichend Plutonium für wenigstens ein bis zwei Atombomben. Nordkorea hat ein mit Plutonium betriebenes Atomkraftwerk, bestreitet aber, ein Atomwaffenprogramm zu verfolgen.

Der japanische Regierungssprecher Hiroyuki Hosoda sagte: „Die Verhandlungen sind eigentlich in einer freundlichen Atmosphäre verlaufen. Neben Nordkorea, China und den USA nehmen noch Südkorea, Japan und Russland an den Verhandlungen teil. Vertreter der sechs Staaten beraten seit Mittwoch in Peking wieder über Wege zur Beilegung des Atomstreits. Bei den früheren Verhandlungsrunden wurde kein Durchbruch erreicht.

Die Äußerung der US-Delegation über die angebliche Drohung Nordkoreas lässt auch für die bis Samstag geplante Runde kaum substanzielle Ergebnisse erwarten. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen bemüht sich Gastgeber China zumindest um eine Abschlusserklärung, in der gemeinsame Positionen fixiert werden sollen. Aus US-Verhandlungskreisen hieß es: „Wie sind weit entfernt von einer Einigung.“ Die USA haben Nordkorea für den Fall der Aufgabe des Atomprogramms Hilfen und eine Sicherheitsgarantie angeboten. Offiziell hat Nordkorea dazu noch keine Stellung bezogen.

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