Atomgespräche
Iran sieht „keine Fortschritte“ in Genf

Trotz großen Drucks neuer, verschärfter Sanktionen gegen Iran stocken die Atomgespräche in Genf bisher. Dem zum Trotz hoffen einige, dass ein Durchbruch noch diese Woche kommen könnte.
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GenfBei den Atomverhandlungen mit dem Iran ringen die Unterhändler um Kompromisse bei den Problempunkten Urananreicherung und Sanktionen. Konkret gehe es um die iranische Fähigkeit, Atombrennstoff herzustellen und um Erleichterungen für den von Sanktionen hart getroffenen Öl- und Bankensektor Irans, verlautete am Donnerstagabend aus Verhandlungskreisen in Genf.

Der iranische Vize-Außenminister, Abbas Araktschi, sagte in der Nacht am Ende des zweiten, in den entscheidenden Streitfragen sei „kein Fortschritt“ erzielt worden.

Ein europäischer Diplomat sagte hingegen, die Gespräche hätten durchaus Fortschritte erzielt. „Es werden immer weniger Punkte, die noch geklärt werden müssen. Allerdings sind diejenigen, die noch verbleiben, auch die schwierigsten“, sagte der Diplomat.

Im Kern des Streits steht die Anreicherung von Uran, da dieses zur Energiegewinnung und zu Forschungszwecken, in einer höher angereicherten Form aber auch zur Herstellung von Atomwaffen genutzt werden kann. Im Gespräch sind eine Aussetzung der Anreicherung auf 20 Prozent, ein Abbau der bestehenden Uranbestände und strengere UN-Inspektionen.

Mehrere US-Senatoren stemmen sich gegen das in Genf diskutierte Interims-Abkommen, das im Gegenzug für Einschränkungen bei der Urananreicherung und Nutzung des Schwerwasserreaktors im iranischen Arak eine Lockerung der gegen Teheran verhängten Sanktionen vorsieht.

Sollten die Atomgespräche nicht bald greifbare Ergebnisse bringen, könnte die im Juli vom Repräsentantenhaus beschlossene Verschärfung der Sanktionen Anfang Dezember vom Senat besiegelt werden, warnte der Mehrheitsführer der Demokraten, Harry Reid.

In Deutschland hatte sich der israelische Botschafter für eine harte Linie ausgesprochen. „Jedes Ergebnis, das nicht das Ende des Atomprogramms bedeutet, wäre ein fataler Fehler“, sagte Yakov Hadas-Handelsman den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“.

„Wir wissen, dass die Iraner in sechs Monaten die Atombombe haben können. Dem muss die Welt etwas entgegensetzen. Ein Aufweichen der Sanktionen wäre ein falsches Signal.“

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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    (...)

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