Atomgespräche mit Nordkorea
Pjöngjang prahlt und droht bei Sechser-Gesprächen

Zum ersten Mal seit dem Atomtest im Oktober verhandelt Nordkorea wieder über sein Nuklearprogramm. In Peking begannen am Montag die vor mehr als einem Jahr ausgesetzten Sechs-Parteien-Gespräche. Doch die Fronten bleiben verhärtet.

HB PEKING. Nach mehr als einem Jahr sind die Sechs-Länder-Gespräche über Nordkoreas Atombomben am heutigen Montag in Peking wieder aufgenommen worden. Dabei wollen die USA, Südkorea, Japan, China und Russland die Regierung in Pjöngjang dazu bewegen, ihre Nuklearwaffen aufzugeben.

Die neue Runde der Verhandlungen ließ zum Auftakt allerdings keine neuen Ansätze erkennen. In seiner Eröffnungsrede habe Nordkoreas Unterhändler Kim Kye Gwan „maximale Forderungen“ an die USA gestellt und nur die grundlegende Position Pjöngjangs dargelegt, berichtete Südkoreas Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf ein südkoreanisches Delegationsmitglied. „Es gab nichts Neues.“

Nordkorea bekräftigte seine Forderung nach einer Aufhebung aller Sanktionen. Die USA machten ihrerseits ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms zur Vorbedingung für eine Normalisierung der Beziehungen.

Wie eine der beteiligten Delegationen mitteilte, bezeichnete sich Nordkorea als Atommacht, die Gespräche sollten daher als Abrüstungsverhandlungen geführt werden. Damit wiederholten die Vertreter Pjöngjangs ihre Forderung, auf gleicher Augenhöhe mit den USA zu verhandeln.

Der chinesische Delegationsleiter Wu Dawei erklärte, die Gesprächsrunde müsse auf bereits Erreichtem aufbauen und den künftigen Weg ebnen. Im September vergangenen Jahres hatten die an den Verhandlungen beteiligten Länder vereinbart, dass Nordkorea sein Atomprogramm aufgibt, wenn es im Gegenzug Sicherheitsgarantien und Hilfe erhält. Zwei Monate später brach Pjöngjang die Gespräche ab - aus Protest gegen zusätzliche Finanzsanktionen der USA.

Seitdem hat Nordkorea im Juli dieses Jahres neue Raketen getestet und am 9. Oktober erstmals einen Atomsprengsatz gezündet. Unter internationalem Druck erklärte sich das kommunistische Regime Ende Oktober zur Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche bereit. Beobachter halten es allerdings für unwahrscheinlich, dass die Verhandlungen substanzielle Fortschritte bringen.

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