Atomkonflikt Beziehungen zwischen China und Nordkorea abgekühlt

Das Verhältnis zwischen China und Nordkorea ist historisch schlecht: Die Spannungen um das Atomprogramm zehren am Verhältnis. Ein chinesischer Vizeminister versucht die Wogen jetzt zu glätten und sorgt doch für Rätsel.
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Der chinesische Vizeminister Guo Yezhou gibt keine genauere Aussagen über das Verhältnis zu Nordkorea. Quelle: AP
Distanziert und oberflächlich

Der chinesische Vizeminister Guo Yezhou gibt keine genauere Aussagen über das Verhältnis zu Nordkorea.

(Foto: AP)

PekingChina hat offensichtlich nur noch wenig hohe Kontakte zu Nordkorea. Vizeminister Guo Yezhou von der internationalen Abteilung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei sprach am Samstag in Peking zwar von einem „traditionell freundschaftlichen Austausch“ mit der Arbeiterpartei von Machthaber Kim Jong Un in Pjöngjang, äußerte sich aber distanziert über gegenwärtig laufende Kontakte. „Wann und auf welcher Ebene dieser Austausch abläuft, hängt von den Bedürfnissen beider Seiten ab und ob es ihnen passt.“

Vor dem Hintergrund der Spannungen über das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas reagierte der Vizeminister damit ausweichend auf eine Frage, wann der Minister der Abteilung, Song Tao, zuletzt mit nordkoreanischen Vertretern zusammengetroffen war. Traditionell waren die hohen Kontakte zwischen beiden Seiten meist über die internationale Abteilung des Zentralkomitees und ihre Konterparts der Arbeiterpartei in Nordkorea gelaufen.

Kims Raketen
Glückwünsche
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Der nordkoreanische Führer Kim Jong Un (Mi.) und seine Militärs beklatschen den jüngsten – angeblich – erfolgreichen Test einer Hwasong-12-Mittelstreckenrakete. Das Geschoss flog über Japan hinweg in den Pazifik. Es flog nach Angaben des südkoreanischen Militärs 3700 Kilometer weit - die bisher größte Flugdistanz beim Test einer militärischen Rakete des Landes.

Stiller Beobachter
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Den Raketentests seines Militärs wohnt Machthaber Kim Jong Un häufig persönlich bei. Ob seine Fachkompetenz an dieser Stelle erforderlich ist, darf bezweifelt werden.

Nur die Ruhe
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Der Raketenabschuss dient dem 33-jährigen Diktator auch zur Selbstinszenierung. Feldherrengleich genießt er dabei eine Zigarette.

Auf kurze Distanz
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Nordkorea verfügt über Kurz-, Mittel- und Langstreckenraketen. Längst nicht alle Modelle gelten als einsatzfähig. Die Raketen vom Typ Hwasong 5 und 6 (Bild, vorne) jedoch schon: Mit einer Reichweite von 300-500 Kilometern gefährden sie primär den südkoreanischen Nachbarn. Größte Schwäche der Hwasong-Reihe ist ihre hohe Streuung: Sie sind nur auf einen Kilometer genau.

Mäßig bedrohlich
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Mit Raketen vom Typ Musudan können die Nordkoreaner bereits den USA gefährlich werden. Die Mittelstreckenraketen haben einen Radius von 4000 Kilometern. Damit liegt US-Außenterritorium – die Pazifikinsel Guam – in Reichweite. Bisher ist ein erfolgreicher Abschuss der Musudan jedoch Zukunftsmusik: Allein 2016 scheiterten fünf Startversuche.

Zwei Gesichter
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Die Pukkuksong-1 ist ein besonderes Modell: Zunächst als Unterwasserrakete konzipiert, findet ihre Folgeversion auch auf dem Land Einsatz. Die Reichweite der Rakete wird auf 500 bis 900 Kilometer geschätzt.

Unter der Oberfläche
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Gefährlich in der direkten militärischen Konfrontation: Die Pukkuksong-1 hat das Überraschungsmoment auf ihrer Seite. Der Start erfolgt an Bord eines U-Boots und ist somit nur schwer zu registrieren. Trotz ihrer relativ geringen Größe soll sie – nach nordkoreanischen Angaben – dazu in der Lage sein, Atomsprengköpfe zu transportieren.

Auf einer Pressekonferenz anlässlich des Parteikongresses in Peking sagte Vizeminister noch, dass die Aufrechterhaltung der Beziehungen nicht nur im Interesse beider Seiten, sondern auch bedeutend für Frieden und Stabilität in der Region sei. Mit seiner Zustimmung für die scharfen Sanktionen des UN-Sicherheitsrates gegen Nordkorea als Reaktion auf dessen Atom- und Raketentests hatte sich China den Zorn Nordkoreas zugezogen. Das Verhältnis der beiden Nachbarn ist auf einen historischen Tiefpunkt gefallen.

  • dpa
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