Atomkonflikt
Iran begrüßt russisches Kompromissangebot

Der Iran will offenbar zurück an den Verhandlungstisch. Agenturberichten zufolge ist das Land offen für einen russischen Kompromissvorschlag im Konflikt um sein Atomprogramm. Doch die USA winken ab.

HB MOSKAU. Teheran stehe dem Angebot zur Anreicherung von Uran in Russland „positiv“ gegenüber, zitierten die Agenturen Interfax und Itar-Tass den iranischen Chefunterhändler Ali Laridschani. Doch sei noch keine Einigung erzielt worden, sagte Laridschani am Mittwoch nach Gesprächen in Moskau. Die Verhandlungen sollten im Februar fortgesetzt werden. Es gebe noch viele Einzelheiten zu klären. Der Iran und Russland seien aber überein gekommen, dass das Problem im Rahmen der IAEA gelöst werden solle.

Die russische Regierung hatte dem Iran angeboten, Uran durch ein Gemeinschaftsunternehmen auf russischem Boden anzureichern. Je nach Anreicherungsgrad kann Uran zum Bau von Atomwaffen oder zur Energiegewinnung verwendet werden. Die Europäische Union und die USA befürchten, dass die Iraner nach Atomwaffen streben. Die Islamische Republik hat die Vorwürfe stets abgestritten.

Unterdessen gab sich der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad unnachgiebig in dem Streit um das Atomprogramm seines Landes. „Wir wollen unsere Rechte verwirklichen und weichen davon keinen Schritt ab“, sagte er in Teheran dem iranischen Fernsehen. „Der Dialog (mit der EU) ist zwar immer noch eine gute Option, aber nicht in dem Sinne, dass sie reden und wir nur zuhören.“

Auch Chefunterhändler Laridschani erklärte, der Iran werde mit Aufnahme industrieller Urananreicherung beginne, sollte der Fall an den UN-Sicherheitsrat überwiesen werden. „Unter diesen Umständen werden wir uns nicht nur auf wissenschaftliche Experimente beschränken, sondern die industrielle Urananreicherung beginnen."

Die USA zeigen sich unbeeindruckt von den russisch-iranischen Verhandlungen. Die Atompläne Irans sollen nach Ansicht der US-Regierung ungeachtet der aktuellen Gespräche vor den Sicherheitsrat gebracht werden. US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte am Montag betont, dass es angesichts der iranischen Anstrengungen für eine Uran-Anreicherung „kaum Platz für weitere Diskussionen“ gebe.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%