Atomkonflikt
Iran fordert Überarbeitung des Kompromissvorschlags

Der Iran verlangt Korrekturen am jüngsten Kompromissvorschlag zu seinem Atomprogramm. Nach dem Plan der Uno-Atomenergiebehörde sollen die iranischen Uranvorräte zunächst in Russland angereichert und dann in Frankreich zu Brennstäben verarbeitet werden. Um die Details wird zäh gerungen.
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HB KUALA LUMPUR/MOSKAU Im Streit über sein Atomprogramm hat der Iran erstmals offiziell eine Überarbeitung des jüngsten Kompromissvorschlags gefordert. Der Iran habe der Uno-Atomenergiebehörde (IAEA) vor zwei Tagen seine Ansichten und Einwände übermittelt, sagte Außenminister Manuchehr Mottaki am Montag. Diese sollten von einer technischen Kommission, die für diesen Anlass von der IAEA gegründet werden sollte, geprüft und berücksichtigt werden.

Der Iranische IAEA-Gesandte Ali Asghar Soltanieh sagte zu Reuters, der Iran sei bereit für weitere Gespräche über die technische Umsetzung des Vorschlags. Die IAEA solle nun ein weiteres Treffen mit den beteiligten Ländern organisieren, zu denen vor allem die USA, Russland und Frankreich gehören. Die IAEA schlägt dem Golfstaat vor, einen Großteil seiner Uran-Bestände in Russland auf knapp 20 Prozent anreichern und in Frankreich zu Brennstäben weiterverarbeiten zu lassen. Nach den USA erhöhte auch Großbritannien in dieser Frage den Druck auf die Regierung in Teheran. Der Iran müsse zu einer schnellen Entscheidung kommen, sagte Außenminister David Miliband bei einem Besuch in Moskau. Darin sei er sich mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow einig Am Wochenende hatte sich US-Außenministerin Hillary Clinton ähnlich geäußert.

Ziel des Plans von IAEA-Chef Mohamed El Baradei ist es, die Vorräte des Landes an spaltbarem Material unter die zum Bau von Atomwaffen nötige Menge zu senken. Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland hätten damit außerdem mehr Zeit für weitere Verhandlungen gewonnen. Die sogenannte Sechsergruppe verdächtigt das Land, unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms insgeheim nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran bestreitet dies, hat aber Kontrolleuren der Vereinten Nationen in den vergangenen Jahren nur zögerlich Zutritt in ihre Nuklearanlagen verschafft.

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