Atomkonflikt
Iran sagt Westen den Kampf an

Der Iran hat die jüngsten Atomdrohungen Jacques Chiracs als „inaktzeptabel“ zurückgewiesen. Mahmud Ahmadinedschad hat eine deutliche Antwort: Er hat die islamischen Staaten aufgerufen, ihr Potenzial zu nutzen, um im versteckten Wirtschaftskrieg „den Feinden die Hände abzuhacken“.

HB TEHERAN. Der französische Präsident habe die Befürchtungen der Weltöffentlichkeit bezüglich sämtlicher Staaten mit Besitz von Atomwaffen verschärft, erklärte am Samstag der Sprecher des IRANischen Außenministeriums, Hamid-Reza Assefi, nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA. Er forderte Chirac zugleich auf, die wahren Ursachen des Terrorismus zu betrachten. Dies seien Diskriminierung, Armut und Ungerechtigkeit in vielen Teilen der Welt.



Mahmud Ahmadinedschad sagte in einer am Samstag veröffentlichten Rede: „Parallel zu dem politischen Krieg ist heute ein versteckter großer Wirtschaftskrieg im Gange, und die islamischen Staaten sollten ihr wirtschaftliches Potenzial nutzen, um den Feinden die Hände abzuhacken.“

Die islamischen Staaten seien selbst schuld, wenn sie die Wirtschaft der westlichen Staaten unterstützten, sagte Ahmadinedschad nach Angaben von IRNA zum Abschluss seines Besuchs in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Damit würden sie dem Westen die Möglichkeit zubilligen, Druck auszuüben, wann immer sie das wünschten.

Bereits zuvor hatten Teheraner Politiker im Streit um das iranische Atomprogramm vor einer Ölkrise gewarnt. Wirtschaftssanktionen gegen den Iran würden zu einem drastischen Anstieg der Ölpreise führen, „unter dem mehrere Länder leiden würden“, hatte Finanzminister Dawud Danesch-Dschafari am Donnerstag gedroht.

Der Finanzminister bestritt aber unterdessen Medienberichte, wonach Teheran aus Sorge vor möglichen Sanktionen bereits Milliarden Dollar von westlichen Banken abgezogen und nach Asien verlagert habe. „Der Iran hat derzeit keine Pläne, seine Devisen-Konten in diese Länder zu verlagern“, sagte Vize-Zentralbankchef Mohammed Dschafar Modscharrad der amtlichen Nachrichtenagentur Irna am Samstag auf die Frage, ob das Land eine Verschiebung der Anlagen nach Fernost erwäge.

Mit der Kontenverlagerung will sich das Land vor einem Einfrieren seiner Auslandsvermögen schützen, sollten die Vereinten Nationen (UN) Sanktionen wegen des Atomstreits gegen das Land verhängen. Die Iranischen Öleinnahmen für dieses Jahr werden auf mindestens 40 Milliarden Dollar (33 Mrd. Euro) geschätzt. Das meiste Geld aus den Öleinnahmen wurde bisher in europäischen Banken angelegt. In dem Atomkonflikt mit Teheran waren im Westen auch Forderungen nach dem Einfrieren der iranischen Vermögenswerte laut geworden.

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