Atomkonflikt
Iranischer Außenminister kommt nach Berlin

Überraschungsbesuch aus Teheran: Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) trifft am Samstag in Berlin mit seinem iranischen Amtskollegen Manuchehr Mottaki zusammen. Außenamtssprecher Martin Jäger hielt sich allerdings sich bedeckt über den Hintergrund der Visite.

HB BERLIN. Diplomatisch hieß es lediglich, die Gesprächsthemen seien "Fragen wechselseitigen und internationalen Interesses". Doch tatsächlich dürfte es bei dem Treffen des Iraners mit Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Berlin vor allem um den Streit über das iranische Atomprogramm gehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Morgen im Bundestag erneut die Hoffnung geäußert, dass der Iran das vorliegende Angebot der Staatengemeinschaft annimmt. „Ich hoffe, dass hier die Vernunft wirklich siegt“, sagte sie. Auch UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte den Iran zuvor aufgefordert, im Streit um sein Atomprogramm Kompromissbereitschaft zu zeigen. Das Land müsse die Staatengemeinschaft von seinen friedlichen Absichten überzeugen, indem es mit der UN-Atombehörde IAEA kooperiere, sagte er.

Der Iran kündigte indes an, auf das Angebotspaket der internationalen Gemeinschaft im Atomstreit bis zum 22. August reagieren zu wollen. Sein Land werde die Vorschläge bewerten und bis zu diesem Datum seine Meinung dazu bekannt geben, sagte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Mittwoch in einer Fernsehansprache.

Die fünf Vetomächte des UN-Sicherheitsrates und Deutschland bemühen sich um eine diplomatische Lösung des Konflikts. Sie wollen den Iran mit einem gemeinsamen Angebotspaket aus Anreizen und Strafandrohungen dazu bewegen, auf die Anreicherung von Uran und damit die technische Möglichkeit der Atomwaffenherstellung zu verzichten.

Die internationale Gemeinschaft verdächtigt das Land, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie Kernwaffen zu entwickeln. Die Islamische Republik hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Ein inoffizielles Ultimatum an den Iran läuft westlichen Diplomaten zufolge jedoch bereits Mitte Juli aus.

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