Atomkonflikt
Nordkorea provoziert mit neuen Tests

Einen Tag nach seinem Atomtest hat Nordkorea einem Bericht zufolge erneut zwei Kurzstreckenraketen abgeschossen. US-Präsident Obama sicherte Südkorea und Japan in dem Konflikt zu, dass sein Land der Verteidigung beider Staaten verpflichtet bleibe. China protestierte inzwischen direkt bei Nordkorea.

HB SEOUL. Die Raketen seien von Nordkoreas Ostküste abgefeuert worden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstag unter Berufung auf südkoreanische Regierungskreise.

Am Montag hatte Nordkorea zum zweiten Mal nach 2006 eine Atomwaffe getestet und drei Kurzstreckenraketen abgefeuert. Dies wurde weltweit mit Besorgnis und Empörung aufgenommen. Der Uno-Sicherheitsrat verurteilte den Test einstimmig. Das Land verstoße damit klar gegen Uno-Resolutionen.

China protestierte inzwischen direkt bei Nordkorea. Wie der Sprecher des Außenministeriums, Ma Zhaoxu, am Dienstag vor Journalisten in Peking sagte, „steht China in Kontakt mit allen Parteien, einschließlich Nordkorea“. „Nach dem Test hat China seine Position in direkter Weise gegenüber der nordkoreanischen Seite zum Ausdruck gemacht.“ Der Sprecher forderte das Nachbarland erneut auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und von Aktivitäten abzusehen, die die Situation verschlimmerten.

US-Präsident Barack Obama sagte unterdessen den Regierungschefs der Nachbarstaaten des kommunistischen Landes, Japan und Südkorea, die Unterstützung der USA zu. Südkoreas Präsident Lee Myung Bak, Japans Ministerpräsident Taro Aso und Obama wollten sich gemeinsam für eine starke Resolution der Vereinten Nationen einsetzen, teilte das Weiße Haus am Montagabend (Ortszeit) mit. Alle drei Politiker seien sich einig, dass der Atomtest eine „klare Verletzung internationalen Rechts“ gewesen sei. Obama wolle sich weiterhin eng mit Südkorea und China, aber auch mit Russland und China in der Korea-Frage abstimmen, sagte er in dem Gespräch mit Aso.

Die Außenminister Europas und Asiens verurteilten indessen den erneuten Atomtest Nordkoreas und riefen das kommunistische Land auf, auf weitere Versuche zu verzichten. Der Test verletze Uno-Resolutionen, erklärten die Minister aus über 40 Ländern in einer gemeinsamen vorläufigen Erklärung, die der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorlag. Im Rahmen einer Sitzung der Asien-Europa-Gruppe (ASEM) in Vietnam forderten sie die Führung in Pjöngjang auf, die Sechs-Partien-Gespräche mit den USA, Japan, Südkorea, Russland und China umgehend wieder aufzunehmen.

EU-Chefdiplomat Javier Solana erwägt neue Sanktionen gegen das abgeschottete Nordkorea. Die EU werde mit ihren Partnern beraten, ob weitere Maßnahmen notwendig seien, sagte er dem „Hamburger Abendblatt“. „Es ist klar, dass Nordkorea eine ernsthafte Gefahr für Frieden und Sicherheit darstellt."

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