Atomkonflikt
Teheran beharrt im Atomkonflikt auf eigene Urananreicherung

Iran gibt sich vor den Verhandlungen mit der Uno unnachgiebig und will weiter an der Uran-Anreicherung festhalten. Das Land droht im Fall eines Scheiterns der Konferenz in Wien damit, die Verarbeitung in hochgradiges Nuklearmaterial selbst vornehmen. Kurz vor Beginn der Gespräche sorgt eine weitere Ankündigung Irans für Irritationen.
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GENF. Im Konflikt um sein mögliches Atomwaffenprogramm gibt Iran nicht nach: Das Land will von der Urananreicherung nicht abrücken und droht damit, auch die Verarbeitung in hochgradiges Nuklearmaterial selbst vorzunehmen, wenn die neuen Verhandlungen mit den Vereinten Nationen (Uno) in Wien scheitern sollten. "Wenn die Gespräche nicht das erwünschte Ergebnis bringen, werden wir damit beginnen, Uran auf einen Grad von 19,7 Prozent anzureichern", sagte Ali Schirsadian, der Sprecher der iranischen Atombehörde, zu Beginn der Verhandlungen mit den Vereinten Nationen und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien.

Teheran dämpft somit Hoffnungen auf einen Einstieg in eine Lösung des seit Jahren andauernden Atomkonflikts. Der Uno-Sicherheitsrat hatte mehrmals ein Verbot der Urananreicherung in Iran angeordnet. Bei der IAEA verhandeln jetzt die Iraner mit Russen, Franzosen und Amerikanern über einen neuen Atomdeal. Die Gespräche gelten auch als Test für die Ernsthaftigkeit Irans. Am Abend bezeichnete IAEA-Chef Mohamed el Baradei die knapp dreistündige erste Gesprächsrunde als "konstruktiv" und "guten Anfang". Die Beteiligten wollten sich heute Vormittag erneut treffen.

Konkret geht es um die Anreicherung und die Weiterverarbeitung von niedrig angereichertem iranischem Uran aus der Anlage Natans in Russland und Frankreich. Diplomaten gehen von einer Menge von 1,2 Tonnen aus - das wäre mehr als die Hälfte des bislang angereicherten bekannten Urans der Iraner.

Iran braucht das weiterverarbeitete Material für einen Forschungsreaktor in Teheran, der Radioisotope für medizinische Zwecke produziert. Die Iraner hatten sich Anfang Oktober mit den ständigen Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrats (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien) sowie Deutschland und der EU auf die Anreicherung im Ausland verständigt.

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