Atomkonflikt
USA würden Israel gegen Iran verteidigen

Kurz vor der entscheidenden Sitzung der IAEO haben sich die Fronten im Atomstreit mit dem Iran weiter verhärtet. Teheran drohte damit, die Produktion von angereichertem Uran sofort im großen Stil aufzunehmen. Die USA konterten mit der Ankündigung, Israel im Fall eines Angriffs zu verteidigen.

HB NASHVILLE. Die USA werden nach den Worten von Präsident George W. Bush Israel gegen den Iran verteidigen, sollte dies notwendig sein. Zugleich verurteilte er die israelfeindlichen Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad als Drohgebärden. Ahmadinedschad hatte unter anderem Israel als Geschwür bezeichnet, das von der Landkarte getilgt werden müsse und den Holocaust geleugnet.

Die Chancen, dass die Internationale Atomenergiebehörde IAEA den Streit um das iranische Atomprogramm an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) überweisen werde, stufte Bush als „sehr gut“ ein. Die fünf Vetomächte im Sicherheitsrat - USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich - sowie Deutschland haben sich in dieser Woche dafür ausgesprochen, dass der Atomstreit mit dem Iran dem UN-Führungsgremium vorgelegt werden soll. Federführend bleibt aber die IAEA.

Im Atomstreit hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das den Iran erneut zur Zusammenarbeit aufgerufen. „Ich kann nur den Iran davor warnen, sich der Kooperation mit der internationalen Staatengemeinschaft und der IAEO zu entziehen“, sagte Merkel bei einem Empfang für das Diplomatische Korps in Berlin. Die „empörenden Äußerungen“ des iranischen Präsidenten verliehen dem Bestreben des Landes nach Beherrschung des nuklearen Kreislaufs zusätzliche Brisanz.

Der britische Außenminister Jack Straw mahnte den iranischen Außenminister Manutschehr Mottaki bei einem Treffen in London, der Iran dürfe sich seinen Verpflichtungen nicht entziehen. Das Land habe eine „letzte Gelegenheit“ erhalten, sie zu erfüllen und das Programm zur Urananreicherung einzustellen.

Präsident Ahmadinedschad bekräftigte indes, dass sein Land das Atomprogramm ungeachtet des wachsenden internationalen Drucks zu Ende führen werde. Er äußerte sich vor mehreren tausend Zuhörern auf dem Gelände des nahezu fertig gestellten Atomkraftwerks Buschehr. Der Iran bestehe auf seinem Recht zur Nutzung der Kernenergie. Der iranische Chefunterhändler bei den Atomverhandlungen, Ali Laridschani, drohte zudem damit, dass der Iran bei einer Einschaltung des Sicherheitsrats die Urananreicherung in großem Umfang wieder aufnehmen werde. Die Anlage in Natans sei dazu bereit.

Die Beratungen der Internationalen Atomenergiebehörde beginnen morgen in Wien. Die drei europäischen Staaten riefen IAEA-Generaldirektor Mohamed El-Baradei auf, seinen Bericht zum iranischen Atomprogramm dem Sicherheitsrat für die Sitzung im März vorzulegen. Dort soll festgelegt werden, welche Schritte Teheran unternehmen muss, um die Befürchtungen zu zerstreuen, es wolle Atomwaffen entwickeln.

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