Atompolitik
Nordkorea lässt wieder Atomkontrolle zu

Nach dreijähriger Unterbrechung will Nordkorea wieder mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA zusammenarbeiten. Die Behörde in Wien reagierte auf die Einladung für ihre Inspekteure abwartend.
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Nordkorea hat die Internationale Atomenergiebehörde IAEA eingeladen, die Inspektionen im Lande nach fast drei Jahren wieder aufzunehmen. Das teilte die IAEA am Montagabend an ihrem Sitz in Wien mit. Die Einladung sei am Freitag eingetroffen. Am selben Tag hatte Pjöngjang mit der Ankündigung eines neuen Satellitenstarts weltweit Besorgnis und Kritik ausgelöst. Neue Inspektionen waren Teil einer Vereinbarung zwischen dem weithin abgeschotteten sozialistischen Staat und den USA. Nordkorea hatte angekündigt, im Gegenzug für Nahrungsmittelhilfen der USA auch die Urananreicherung in seinem Atomzentrum Yongbyon sowie Nukleartests auszusetzen.

Aus Protest gegen internationale Kritik an einem Raketenstart des Landes hatte Nordkorea im April 2009 die IAEA-Inspekteure ausgewiesen. Nach Ansicht Nordkoreas stellt der geplante Satellitenstart keinen Bruch der Abmachungen mit den USA dar. „Der Start eines arbeitsfähigen Satelliten ist eine Sache, die sich grundsätzlich von der einer Langstreckenrakete unterscheidet“, hieß es am Montagabend in einem Kommentar der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Südkorea wurde wegen der umstrittenen Startpläne beschuldigt, eine Schmierkampagne gegen Pjöngjang durchzuführen. Die Regierung in Seoul wolle das Abkommen Nordkoreas mit den USA zum Scheitern bringen.

Die USA selbst sehen die getroffene Vereinbarung mit Nordkorea durch den angekündigten Satellitenstart gefährdet. Mit dem Start eines neuen Satelliten würde Nordkorea aus Sicht der USA und Südkoreas gegen UN-Resolutionen verstoßen, die von dem Land den Stopp von Raketentests unter Anwendung ballistischer Raketentechnologie verlangen. Die IAEA kündigte an, die Behörde werde mit Nordkorea und anderen betroffenen Parteien über die Details einer Visite diskutieren. Noch sei nichts entschieden.

Ein Diplomat aus dem Umfeld der Behörde sagte, die IAEA reagiere möglicherweise aufgrund der angekündigten Satellitentests so zurückhaltend auf den Brief aus Nordkorea. Die Zurückhaltung habe aber auch damit zu tun, dass das Land die Inspekteure der IAEA 2009 des Landes verwiesen habe.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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