Atomprogramm: Nordkorea signalisiert Verhandlungsbereitschaft

Atomprogramm
Nordkorea signalisiert Verhandlungsbereitschaft

Am Donnerstag begann in Peking eine neue Runde der Sechsländerverhandlungen über das nordkoreanische Atomprogramm. Nordkorea signalisierte, dass es den USA entgegen kommen könnte. Die Unterhändler geben sich insgesamt verhalten optimistisch über den Ausgang der Gespräche.

fmk PEKING. „Wir sind überzeugt, dass wir eine Grundlage für eine tatsächliche Übereinkunft gefunden haben“, sagte der Verhandlungsführer Südkoreas, Chun Young-woo. Die Gespräche knüpfen an einem Dokument aus dem Jahr 2005 an, in dem Nordkorea sich prinzipiell bereit erklärt hatte, sein Atomprogramm aufzugeben. Bedingung waren Hilfslieferungen, technische Unterstützung für die zivile Nutzung der Kernkraft und Sicherheitsgarantien. Damals scheiterte die Umsetzung an immer neuen Bedingungen des isolierten Staates.

Der US-Unterhändler Christopher Hill schöpfte vor allem aus Gesprächen mit Nordkoreas Unterhändler Kim Kye-gwan im Januar in Berlin Hoffnung. „Ich denke, es gibt eine Basis für Fortschritte und eine Basis für das Treffen in Peking, den sehr schweren, aber notwendigen Prozess zu beginnen, die Absichtserklärung vom September 2005 umzusetzen“, sagte Hill, warnte aber zugleich vor zu hoch gesteckten Hoffnungen: „In diesem Monat werden wir wohl noch keine Ergebnisse sehen, aber vielleicht können wir gut in die neue Gesprächsrunde starten“, so Hill.

Am Donnerstag berichteten japanische Medien, Hill und Kim hätten in Berlin ein geheimes Memorandum unterzeichnet. Nordkorea habe darin seine Bereitschaft erklärt, den Reaktor in Yongbyon stillzulegen, der zur Herstellung waffenfähigen Materials dient.

Zuvor hatten zwei US-Diplomaten in Tokio einer Zeitung gegenüber konkreten Forderungen Nordkoreas genannt. Der US-Diplomat Joel Witt und der Präsident des Institute for Science and International Security, David Albright, waren am Samstag von einem fünftägigen Besuch in Pjöngjang zurückgekehrt. Sie hatten dort unter anderem mit Verhandlungsführer Kim gesprochen. Dieser habe im Gegenzug für die Aufgabe des Kernwaffenprogramms gefordert, dass sein Land jährlich 500 000 Tonnen Öl erhält und die USA es von der Liste der Schurkenstaaten streiche, so die amerikanischen Abgesandten. Witt sagte der „Asahi Shinbun“, dass dies auch die Position Kims bei den heute beginnenden Gesprächen sein werde.

Der Verhandlungen Südkoreas, der USA, Japans, Chinas und Russlands mit Nordkorea laufen seit 2002, als die USA öffentlich machten, dass das kommunistische Land ein geheimes Kernwaffenprogramm betreibt. Die USA lieferten kein Öl mehr nach Nordkorea, das wiederum mit dem Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag reagierte. Am 9. Oktober vergangenen Jahres testete Nordkorea eine Atombombe, was den laufenden Gesprächen besondere Dringlichkeit verleiht. Eine Gesprächsrunde im Dezember war ohne greifbares Ergebnis geblieben.

Dem Streit Nordkoreas mit den USA liegt auch eine Auseinandersetzung um die Auslandsfinanzen des isolierten Landes zugrunde – das ist Experten zufolge der Grund dafür, dass Nordkorea darauf besteht, von der Terrorliste genommen zu werden. Denn die USA haben dafür gesorgt, dass auf ausländischen Konten geparktes Mittel des stalinistisch regierten Landes eingefroren wird. Kurz darauf zündete Nordkorea seine erste Atombombe. Experten zufolge steht auf der Liste der Forderungen Nordkorea auch ein Ende des Luxusgüter-Embargos gegen das Land. Betroffen ist beispielsweise französischer Cognac.

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